weltwärts
begleitet

Qualität und Sicherheit

weltwärts fördert junge Menschen in ihrem Engagement für die Eine Welt und stärkt internationale Partnerschaften.

In regelmäßigen Abständen wird überprüft, ob weltwärts seine anspruchsvollen Ziele erreicht, sowohl in Deutschland als auch in den Partnerländern. Dies geschieht durch standardisierte Befragungen der Teilnehmenden sowie unabhängige Evaluierungen und Zertifizierung der teilnehmenden Organisationen.

weltwärts wirkt

Die Ziele des weltwärts-Freiwilligendienstes und der Begegnungsprojekte orientieren sich an der Agenda 2030.

Junge Menschen aus Deutschland und den Partnerländern sollen durch ihre Teilnahme an weltwärts für globale Zusammenhänge sensibilisiert und zu solidarischem Handeln im Sinne der SDGs befähigt werden. Ehemalige des weltwärts-Programms wirken als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für nachhaltige Entwicklung in ihr soziales Umfeld hinein und engagieren sich oft langfristig gesellschaftlich. Zudem festigt weltwärts die internationalen Partnerschaften der beteiligten zivilgesellschaftlichen Akteure. Es sorgt für Lerneffekte bei allen Beteiligten.

Wirkungsannahmen für den weltwärts-Freiwilligendienst (PDF)

Wirkungsannahmen für die weltwärts-Begegnugsprojekte (PDF)

Die Wirkung von weltwärts wird an verschiedenen Stellen gemessen.

weltwärts Freiwillige und ihr Engagement in Deutschland

Unter dem Titel „weltwärts Freiwillige und ihr Engagement in Deutschland“ hat das DEval – Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit – 2017 eine umfassende Studie veröffentlicht. Für die Studie, die sich auf die Nord-Süd Komponente des Freiwilligendienstes bezieht, wurden knapp zehn Jahre nach dem Start von weltwärts aufwändige Analysen angefertigt, um die Wirkungen von weltwärts auf die Freiwilligen und ihr Engagement in Deutschland zu untersuchen. Die Ergebnisse geben insbesondere Aufschluss über die persönliche Entwicklung der Freiwilligen und wie sie als ehemalige Teilnehmende in die Gesellschaft in Deutschland hineinwirken. Empfehlungen des DEval wurden bereits aufgegriffen und umgesetzt. Dazu zählen die Schärfung des entwicklungspolitischen Profils des Freiwilligendienstes, die Ausarbeitung von Programmdokumenten im Hinblick auf Ziele und Wirkungen sowie die Schaffung eines Monitoring- und Evaluationssystems.

Zur Studie

Die Süd-Nord Komponente von weltwärts

„Die Süd-Nord-Komponente von weltwärts“ lautet der schlichte Titel einer 2017 veröffentlichten Studie, die die Syspons GmbH im Auftrag des BMZ durchgeführt hat. Gegenstand ist die drei Jahre zuvor eingeführte Süd-Nord Komponente, mit der junge Menschen aus Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Ozeanien nach Deutschland kommen und dort ihren Freiwilligendienst leisten. Die Studie konstatiert eine angemessene Konzeption der Komponente und attestiert weltwärts eine gleichberechtigte Zusammenarbeit der beteiligten Partner in allen Ländern. Gleichzeitig verweist die Studie darauf, dass die heterogene Umsetzung Wirkungsmessungen noch erschwere. Die Empfehlungen des Evaluationsteams wurden in einer aufwändigen Nachbereitung aufgegriffen, indem Programmziele deutlicher formuliert und unter dem Dach der weltwärts-Freiwilligendienste auch mit der Nord-Süd Komponente abgeglichen wurden.

Zur Studie

Evaluierung der weltwärts Begegnungsprojekte

Zum Abschluss der dreijährigen Pilotphase für die weltwärts-Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda 2030 führt die Syspons GmbH im Auftrag des BMZ eine umfassende Evaluierung durch. Im Rahmen der Datenerhebung werden Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligten Akteure befragt. Unter den Teilnehmenden wird eine Vollerhebung durchgeführt. Mit dem Abschlussbericht ist Mitte 2020 zu rechnen.

Qualität der Partnerschaften

Im Rahmen der jährlich mehrfach durchgeführten internationalen Konferenzen für die beteiligten Freiwilligendienst-Organisationen werden Befragungen durchgeführt. Ziel ist es, Erkenntnisse über die Entwicklung der Partnerschaften zwischen den Organisationen zu erlangen. Auch ist von Interesse, welchen Anteil weltwärts an der jeweiligen Organisationsentwicklung hat. Die Daten werden dem Programmsteuerungsausschuss zur Verfügung gestellt.

Teilnehmendenbefragung zum Freiwilligendienst (Nord-Süd Komponente)

Etwa drei Monate nach der Teilnahme an weltwärts werden alle ehemaligen Freiwilligen um eine Bewertung und Selbsteinschätzung gebeten. Ermittelt wird unter anderem, was sich im Hinblick auf das eigene Verhalten und die eigene Wahrnehmung infolge von weltwärts verändert hat. Beispielsweise zeigen die Ergebnisse regelmäßig, dass sich 90 Prozent der Ehemaligen durch weltwärts darin bestärkt fühlen, weiter gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen.

Die Befragung wird extern durchgeführt von uzbonn – Gesellschaft für empirische Sozialforschung und Evaluation. Die Ergebnisse werden jährlich auf der weltwärts-Website veröffentlicht.

Langzeit-Studie mit deutschen Freiwilligen

Um längerfristige Einstellungsveränderungen durch die Teilnahme an weltwärts nachvollziehen zu können, werden ehemalige weltwärts-Teilnehmende über einen Zeitraum von mehreren Jahren wiederholt befragt. Entwicklungen unter anderem in den Bereichen Beruf, Konsum und Engagement werden den Angaben einer Vergleichsgruppe gegenübergestellt, die nicht an weltwärts teilgenommen hat.

Die Analyse wird durchgeführt durch DEval – Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit. Der Abschlussbericht liegt voraussichtlich Mitte 2022 vor.

Qualitätsüberprüfung und -entwicklung

weltwärts hat den Anspruch, sich stetig weiterzuentwickeln und zu verbessern. So wurden für den Freiwilligendienst in den vergangenen Jahren Qualitätsanforderungen formuliert, die allen Teilnehmenden in gleichem Maße einen hochwertigen Dienst sichern sollen. Die Einhaltung der Anforderungen wird regelmäßig durch externe Zertifizierungsinstitute und Engagement Global überprüft. Die Trägerorganisationen verfügen zudem über eigene Verfahren zur Qualitätsverbesserung.

Qualitätsanforderungskatalog im weltwärts-Programm (PDF, 252.2 KB)

Das weltwärts-Qualitätssystem

Viele der Qualitätsinstrumente, die weltwärts zu einem attraktiven Freiwilligendienst machen, existieren seit 2013 und werden stetig weiterentwickelt. Dazu zählen:

  • Die Freiwilligenbefragungen
  • Die Zertifizierung aller Träger im Freiwilligendienst
  • Die Einrichtung von festen Qualitätsmanagement-Stellen (Qualitätsverbünde, Engagement Global)
Zertifizierungen

Alle Trägerorganisationen, die einen weltwärts-Freiwilligendienst anbieten, unterliegen einer Zertifizierungspflicht. Das heißt, sie müssen alle zwei bis drei Jahre ihre gesamten Verfahren verschriftlichen und erfahrenen Gutachterinnen und Gutachtern vorlegen. Diese prüfen und bewerten die Dokumente, führen Gespräche mit zufällig ausgewählten Freiwilligen und sammeln Eindrücke bei einem Besuch der Organisation selbst. Ausgenommen von dieser Pflicht sind derzeit noch Organisationen, die ausschließlich an der Süd-Nord Komponente teilnehmen.

Das Prüfsiegel für eine erfolgreiche Zertifizierung dürfen nur eigens berechtigte Agenturen vergeben:
Quifd und RAL Gütegemeinschaft Internationaler Freiwilligendienst e.V.

Mehr zu Quifd
Mehr zu RAL Gütegemeinschaft Internationaler Freiwilligendienst e.V.

 

Freiwilligenbefragungen

Für die Freiwilligenbefragungen erhalten die ehemaligen Teilnehmenden ca. drei Monate nach Ende ihres Freiwilligendienstes einen umfangreichen Fragebogen. Darin werden sie gebeten, ihren Freiwilligendienst in Hinblick auf die pädagogische Begleitung, Sicherheitsaspekte, ihre Visa-Erfahrungen, die Unterstützung durch ihre Organisation sowie weitere persönliche Erlebnisse und Erfahrungen zu bewerten. Die Daten werden durch das uzbonn – Gesellschaft für empirische Sozialforschung und Evaluation – erhoben und im Jahresvergleich ausgewertet. Die Freiwilligenbefragung liefert Hinweise auf Verbesserungsbedarfe in der Praxis.

Prüfung durch Engagement Global gGmbH

Die Koordinierungsstelle weltwärts von Engagement Global führt mit allen Trägern ein sogenanntes Anerkennungsverfahren durch, bei dem alle Träger aufwendig hinsichtlich ihrer finanziellen Liquidität, Gemeinnützigkeit, pädagogischen Kompetenzen und insgesamt ihrer Eignung als weltwärts-Organisation geprüft werden. Erst mit erfolgreicher Prüfung ist ein Träger antragsberechtigt. Während des Förderzeitraums überprüft die Koordinierungsstelle weltwärts im Rahmen jeder einzelnen Maßnahme, ob Zertifizierungsrichtlinien und Qualitätsanforderungen eingehalten wurden.

Programmübergreifend stellt die Koordinierungsstelle weltwärts Daten und Statistiken, etwa zu demographischen Angaben der Teilnehmenden, für die Programmsteuerung zur Verfügung.

Partner für Qualität und Sicherheit

Auswärtiges Amt

Zwischen dem BMZ und dem Auswärtigen Amt erfolgt eine enge Abstimmung zu Visa- und Sicherheitsfragen. Die Sicherheitshinweise und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes müssen von allen Beteiligten bei weltwärts eingehalten werden. Die deutschen Teilnehmenden tragen sich während ihres Einsatzes im Ausland in die Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) des Auswärtigen Amtes ein und können so von den deutschen Auslandsvertretungen in Krisen- oder sonstigen Ausnahmesituationen kontaktiert werden.

weltwärts-Ansprechstellen Visa und Sicherheit

weltwärts verfügt über eigene Ansprechstellen für Visa und Sicherheit in Argentinien, Bolivien, Ghana, Indien, Kenia, Kolumbien, Malawi, Mexiko, Mosambik, Nicaragua, Peru, Philippinen, Südafrika, Tansania und Uganda. Die Ansprechstellen vermitteln zu deutschen und Behörden der Partnerländer sowie den deutschen Auslandsvertretungen.

Qualitätsmanagement durch die Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global

Im Zuge des Qualitätsmanagements wertet die Koordinierungsstelle weltwärts von Engagement Global die Ergebnisse von Befragungen, Evaluationen und Studien zu weltwärts aus, berät das BMZ beziehungsweise den Programmsteuerungsausschuss zu entsprechenden Anpassungsprozessen und koordiniert deren Umsetzung.

Qualitätsverbünde in der deutschen Zivilgesellschaft

Um die Organisationen des Freiwilligendienstes im Bereich der Qualitätsentwicklung besser unterstützen und beraten zu können, wurden die weltwärts-Qualitätsverbünde eingerichtet. Alle rund 160 Träger sind verpflichtet, in einem der fünf Verbünde Mitglied zu sein.

Die Qualitätsverbünde bieten Fortbildungen, Informationen sowie Vernetzungs- und Beratungsmöglichkeiten zu allen wichtigen weltwärts-Themen an. Als Repräsentanten der Trägerorganisationen sind sie zudem Ansprech- und Kooperationspartner für das BMZ und die Koordinierungsstelle weltwärts.

Zu den Qualitätsverbünden

Referenzgruppe weltwärts Begegnungen

Auch für die Weiterentwicklung der Programmlinie weltwärts-Begegnungsprojekte lassen sich das BMZ und die Koordinierungsstelle weltwärts von zivilgesellschaftlichen Vertreterinnen und Vertretern beraten. Eine Referenzgruppe hat bereits die Einführung dieser weltwärts-Komponente begleitet und erarbeitet regelmäßig Vorschläge, um das Förderprogramm besser an den Bedarfen der Zielgruppen auszurichten.

Ombudsperson bei Engagement Global

Vertrauliche Anliegen können schriftlich an die Ombudsperson bei Engagement Global gerichtet werden. Die Ombudsperson ist eine unabhängige und neutrale Anlaufstelle für Einzelpersonen und Organisationen. Sie ist zur Vertraulichkeit verpflichtet und berät und vermittelt in Konfliktsituationen.

Zur Ombudsperson