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Allgemeine Informationen zur Süd-Nord-Komponente

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Was ist die Süd-Nord-Komponente? Was muss ich tun, wenn meine Organisation Freiwillige aus dem Globalen Süden in Deutschland aufnehmen möchte? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Süd-Nord-Komponente.

Was ist die Süd-Nord-Komponente?

Die Süd-Nord Komponente soll den entwicklungspolitischen Fokus des weltwärts-Programms verstärken, indem sie jungen Menschen aus dem Globalen Süden einen Freiwilligendienst in Deutschland ermöglicht und somit zu einem gleichberechtigten Austausch zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden beiträgt. Die Komponente soll integraler Bestandteil des weltwärts-Programms werden und die Nord-Süd-Komponente ergänzen. Die Komponente wird zunächst in einer dreijährigen Pilotphase getestet und ausgewertet.

Was bedeutet Globaler Süden?

Die Begriffe „Globaler Süden“ und „Globaler Norden“ sind nicht geographisch zu verstehen, sondern vielmehr als wertfreie Beschreibung verschiedener Positionen in der globalisierten Welt. So definiert der „Globale Süden“ eine im globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position. „Globaler Norden“ hingegen beschreibt eine privilegierte Position. Australien gehört beispielsweise mehrheitlich zum Globalen Norden. Die Begriffe werden verwendet, um eine Hierarchie zwischen „Entwicklungsländern“ und „entwickelten Ländern“ aus einer eurozentristischen Sichtweise heraus zu vermeiden.

Wer kann an der Süd-Nord-Komponente teilnehmen?

Als Aufnahmeorganisationen kommen anerkannte weltwärts-Entsendeorganisationen sowie Vereinigungen von Rückkehrern und Rückkehrerinnen in Frage. Letztere müssen sich zunächst als Aufnahmeorganisation anerkennen lassen. Ebenso können sich gemeinwohlorientierte Organisationen mit entwicklungspolitischer Erfahrung und Geschäftssitz in Deutschland für die Teilnahme an der Pilotphase qualifizieren. Auch sie müssen sich zuvor als Aufnahmeorganisation anerkennen lassen.

Wie ist die Pilotphase der Süd-Nord-Komponente aufgebaut?

Die Pilotphase der Süd-Komponente beläuft sich auf drei Jahre, bis Ende 2016. Aufnahmeorganisationen haben also die Möglichkeit, sich auf drei Aufnahmezyklen zu bewerben.

Wie viele Freiwillige können in Deutschland aufgenommen werden?

Mittelfristig sollen bis zu 800 Freiwillige aus dem Globalen Süden einen Dienst in Deutschland absolvieren können. Somit wird die Anzahl aufgrund der hohen Nachfrage bereits während der Pilotphase erhöht. Die Grenze von 15 Aufnahmen pro Aufnahmeorganisation wurde aufgehoben. Die bestehenden Kriterien für die Aufnahme von Freiwilligen gelten natürlich weiterhin: Die Anforderungen des Konzeptes der Süd-Nord-Komponente müssen erfüllt werden, die Organisationen werden entsprechend ihrer Größe angemessen beteiligt, und bei den Partnern im Süden wird auf eine regionale Streuung geachtet.

Wie hoch ist die BMZ-Förderung für die Süd-Nord-Komponente?

Der Förderhöchstbetrag für die Süd-Nord Komponente beträgt maximal 880 Euro pro Freiwilligenmonat. Die Förderung erfolgt über eine Anteilsfinanzierung: Es werden maximal 75 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben vom BMZ übernommen, mindestens 25 Prozent sind mit Eigen- bzw. Drittmitteln zu decken.

Was hat die Süd-Nord-Komponente mit dem Bundesfreiwilligendienst zu tun?

Die Süd-Nord-Komponente wird in Kooperation mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) umgesetzt. Dafür wird die Engagement Global gGmbH als Zentralstelle fungieren, der die Einsatzstellen für die Süd-Nord-Komponente zugeordnet werden.

Welche Aufgaben hat die Zentralstelle?

Die Engagement Global als Zentralstelle ist für die Verwaltung des Einsatzplatz-Kontingents verantwortlich. Zudem leitet sie die Fördermittel des BMZ weiter und prüft die Einsatzplätze vor, sofern es sich um noch nicht anerkannte BFD-Plätze handelt. Für die Aufnahmeorganisationen steht die Zentralstelle beratend zur Verfügung.

Welche Aufgaben haben die Aufnahmeorganisationen?

Die Zentralstelle delegiert verschiedene Aufgaben an die Aufnahmeorganisationen bzw. die Qualitätsverbünde. Darunter fallen zum Beispiel die Planung und Organisation der Seminare, die Beratung der Einsatzstellen und Gastfamilien sowie die Beratung und Betreuung der Freiwilligen. Zudem liegt das Qualitätsmanagement der Aufnahmeorganisationen bei den Qualitätsverbünden.

Wie werden Einsatzstellen anerkannt?

Die Einsatzstellen für Süd-Freiwillige müssen zunächst als Einsatzstellen des Bundesfreiwilligendienst (BFD) anerkannt werden. Anträge werden bei der Engagement Global als Zentralstelle eingereicht, die diese vorprüft und an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) weiterleitet, das den Bundesfreiwilligendienst im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durchführt.

Sofern Ihre Organisation schon BFD-Stellen hat, können diese als Einsatzstellen für die Süd-Nord-Komponente genutzt werden. In diesem Fall muss Engagement Global als Zentralstelle angeben werden. Umgewidmete Stellen können zu einem späteren Zeitpunkt wieder als BFD-Plätze genutzt werden.

Gehen die Süd-Nord-Einsatzstellen zu Lasten bestehender BFD-Plätze?

Das Kontingent der Süd-Nord-Komponente geht nicht zu Lasten des BFD-Kontingents. Alle Plätze werden vom BMZ im Rahmen des weltwärts-Programms gefördert und werden zusätzlich zum BFD-Kontingent des BMFSFJ eingerichtet.

Kann man auch über andere Zentralstellen Einsatzplätze im Rahmen der Süd-Nord-Komponente anbieten?

Nein. Alle Einsatzstellen, die mit weltwärts-Freiwilligen besetzt werden, müssen der Engagement Global als Zentralstelle zugewiesen werden, auch wenn Ihre Organisation sonst im BFD mit einer anderen Zentralstelle zusammenarbeitet. Die Engagement Global ist die einzige Zentralstelle, die BMZ-Gelder weiterleiten kann.

Was sind Aufnahmeorganisationen?

Aufnahmeorganisationen können anerkannte weltwärts-Organisationen in Deutschland sein, die geeignete Einsatzstellen für internationale Freiwillige in Deutschland auswählen, die Rahmenbedingungen für den Einsatz sicherstellen und die die Freiwilligen begleiten und beraten. Sie tragen die Gesamtverantwortung für das Gelingen des Freiwilligendienstes in Deutschland. Organisationen in Deutschland können zukünftig also beides sein: Entsende- und Aufnahmeorganisationen.

Es kann sich dabei um anerkannte Entsendeorganisationen handeln als auch um Vereinigungen ehemaliger weltwärts-Freiwilliger. Letztere müssen sich zunächst als weltwärts-Organisation anerkennen lassen. Auch bisher nicht durch weltwärts anerkannte Organisationen können an der Süd-Nord-Komponente teilnehmen, sofern sie gemeinwohlorientiert sind und einen entwicklungspolitischen Bezug haben. Für die Teilnahme an der Pilotphase ist allerdings eine Anerkennung als weltwärts-Organisation notwendig.

Was sind entsendende Partnerorganisationen?

Hierbei handelt es sich um Partnerorganisationen aus dem Globalen Süden, die Freiwillige für einen Einsatz in Deutschland auswählen und pädagogisch vor- und nachbereiten. Der Begriff „entsendende Partnerorganisation“ wurde gewählt um deutlich zu machen, dass es sich um eine Organisation im Globalen Süden handelt. Die Begriffswahl beinhaltet keine Hierarchisierung. Partnerorganisationen können zukünftig sowohl aufnehmen als auch entsenden.