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Praktikum im Ausland vs. Freiwilligendienst? Was Student*innen über weltwärts wissen sollten

Du willst dein Studium mit praktischer Erfahrung im Ausland verbinden? Das geht auch mit einem Freiwilligendienst! Die weltwärts-Organisationen bieten dir die Chance, dein Wissen in sozialen, ökologischen oder technischen Projekten im Globalen Süden einzusetzen.

Du engagierst dich für 6 bis 12 Monate und hast dabei die Möglichkeit, persönlich wie fachlich zu wachsen. Zur Auswahl stehen über 3.000 Projekte in rund 65 Ländern, organisiert von mehr als 100 anerkannten Organisationen. Ob du zu Biodiversität forschst, Soziale Arbeit studierst, dich mit Public Health oder nachhaltiger Landwirtschaft beschäftigst – bei weltwärts kannst du die Theorie in die Praxis umsetzen und gewinnst neue Perspektiven.

💡 Was ist weltwärts?

weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst im Ausland, gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

🌍 In welchen Ländern ist weltwärts möglich?

Mit weltwärts kannst du in eins von 65 Ländern im Globalen Süden gehen. Die weltwärts-Organisationen in Deutschland kooperieren mit Partnern in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa. Gemeinsam bieten Sie dir eine breite Projektvielfalt, etwa in den Bereichen Bildung, Gesundheit sowie Umwelt- und Klimaschutz.

Zur Übersicht aller weltwärts-Länder

⏳Wie lange dauert der weltwärts-Freiwilligendienst?

Der weltwärts-Freiwilligendienst dauert in der Regel zwischen 6 und 12 Monaten. Du kannst deinen Freiwilligendienst auch flexibel auf bis zu 24 Monate verlängern.

🎓 Wer kann an weltwärts teilnehmen?
  • Junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, bzw. 35 Jahre in Ausnahmefällen, können an weltwärts teilnehmen.
  • Menschen mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung können auf jeden Fall bis zum 35. Lebensjahr am weltwärts-Programm teilnehmen.
  • Du bist im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft oder hast ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland.
  • Du bist gesundheitlich für einen Freiwilligendienst im Ausland geeignet.
📆Wann kann ich weltwärts gehen?

Inzwischen gibt es im weltwärts-Programm zwei Ausreisephasen: Im Sommer/Herbst finden die meisten Ausreisen statt. Dabei entsenden die Organisationen in der Regel zwischen Juli und Oktober. Ein zweiter und deutlich kleinerer Anteil, reist im Winter/Frühjahr zwischen Januar und April aus.

📝Wie bewerbe ich mich für weltwärts?

Das weltwärts-Programm wird von über 100 Entsendeorganisationen in Deutschland und 2000 Partnern weltweit durchgeführt. In der weltwärts-Börse kannst du alle Organisationen nach deinen Interessen filtern. Wenn du eine weltwärts-Organisation gefunden hast, sendest du deine Bewerbung direkt an die Organisation.

⏰Bis wann muss ich mich bewerben?

Die Entsendeorganisationen haben unterschiedliche Bewerbungsfristen und -verfahren. In der weltwärts-Börse kannst du die Entsendeorganisationen nach ihren Bewerbungsfristen sortieren. Zudem findest du auf den Profilseiten der Organisationen die Bewerbungsfrist für den jeweiligen Ausreisezeitraum. Grundsätzlich gilt: Die Bewerbungsfristen dienen als Orientierung. Eine frühe Bewerbung lohnt sich auf jeden Fall. Viele Organisationen besetzten ihre Plätze fortlaufend. Wenn du Interesse an einem bestimmten Einsatzplatz hast, dann heißt die Devise: Je früher die Bewerbung abgeschickt wird - umso größer sind die Chancen.

Sommer/Herbst

Das Bewerbungsverfahren startet im September - knapp ein Jahr vor der Ausreise zwischen Juli und Oktober. Die Fristen enden zwischen dem 30. September und dem 30. Juli. Insbesondere in Europa sind die Visaverfahren weniger aufwendig, wodurch eine kurzfristigere Bewerbung und Ausreise möglich ist!

Winter/Frühjahr

Das Bewerbungsverfahren findet direkt nach den Ausreisen im Sommer statt. Das Verfahren startet demnach ebenfalls im September - wenige Monate vor der Ausreise zwischen Januar und April. Die Fristen enden zwischen dem 15. September und dem 31. Oktober. Hier vergeben die Organisationen ihre Restplätze: Schnell sein lohnt sich!

Tätigkeitsfelder deiner weltwärts-Projekte

Gesundheit und Pflege

Du studierst Medizin, Pflegewissenschaften oder Physiotherapie? Dann kannst du in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen mitarbeiten und wertvolle praktische Erfahrung sammeln. Auch Gesundheitsaufklärung und Ernährungsprojekte bieten spannende Einblicke – ideal für Public Health oder Ernährungswissenschaften.

Regenwald und Artenschutz

Biodiversitätsmanagement, Biologie, Forstwissenschaften oder Tiermedizin sind dein Fachgebiet? Dann kannst du dich aktiv für den Erhalt bedrohter Arten einsetzen – etwa in Schutzstationen für Meeresschildkröten oder bei der Pflege seltener Pflanzen in botanischen Gärten. Forschung und Naturschutz gehen hier Hand in Hand.

Umwelt und Klima

Du beschäftigst dich im Studium mit ökologischen Fragen? In Projekten zu erneuerbaren Energien, Meeresökologie oder Umweltbildung kannst du erleben, wie nachhaltiges Handeln konkret aussieht. Hier lernst du, wie Klimaschutz mit nachhaltiger Entwicklung verbunden werden kann. Ideal, um theoretisches Wissen in praktische Lösungen zu verwandeln.

Landwirtschaft

Studierende der Agrarwissenschaften, Biologie oder Umweltpädagogik können hier aktiv werden. Du arbeitest in ökologischen Landwirtschaftsprojekten mit oder hilfst beim Erhalt botanischer Gärten. Konzepte der Permakultur und nachhaltige Anbaumethoden kannst du aus der Theorie direkt in die Praxis umsetzen.

Kultur und Medien

Kulturwissenschaften, Journalismus oder Kommunikationsdesign sind dein Ding? Ob bei Theaterprojekten, Musikfestivals oder in der Medienarbeit – du gestaltest Inhalte, begleitest kulturelle Events oder unterstützt lokale Initiativen mit deinem Know-how. Bringe dich kreativ ein. Auch dein Portfolio profitiert davon.

Sport

Du studierst Sport oder Pädagogik? Dann kannst du Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche gestalten – von Fußball über Tanz bis hin zu Wassersport. Dabei förderst du nicht nur körperliche Fitness, sondern auch Teamgeist und soziale Entwicklung.

Gleichberechtigung und Inklusion

Du studierst Soziale Arbeit, Ethnologie, Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaften, Afrikanistik, Ostasienwissenschaften oder Gender Studies? Dann kannst du dich für Menschenrechte, Gleichstellung und die Unterstützung marginalisierter Gruppen einsetzen. Die Arbeit mit Indigenen, Migrant*innen oder Obdachlosen bietet dir wertvolle Einblicke, um dich aktiv für soziale Gerechtigkeit und Empowerment einzusetzen.

Schule und Freizeit

Wenn du auf Lehramt studierst, ist dieser Bereich für dich ideal. Du unterstützt Kinder und Jugendliche an Grund- und Sekundarschulen. Dabei erhältst du einen Einblick in unterschiedliche Bildungssysteme, und lernst neue Lehr- und Lernmethoden kennen.

Fairer Handel und Tourismus

Studierende der Wirtschaft, Nachhaltigkeit oder Tourismusmanagement finden hier spannende Aufgaben. Du unterstützt Projekte für fairen Handel oder nachhaltigen Tourismus, die lokale Gemeinschaften stärken. So lernst du, wie soziale Verantwortung und Wirtschaft zusammengehen.

Kindergärten und Straßenkinder

Du studierst Pädagogik, Soziale Arbeit oder Psychologie? Dann kannst du Kinder durch kreative, sportliche oder spielerische Aktivitäten fördern. Die Arbeit in Kindergärten, Waisenhäusern oder mit Straßenkindern bietet dir intensive Praxiserfahrung.

Handwerk

Du bist handwerklich begabt? Wenn du deine Fähigkeiten in einer Schreinerei für benachteiligte Jugendliche einsetzen und ausbauen möchtest, dann wirst du hier fündig.

Erfahrungen von Studierenden

Engagement für Inklusion

Franziska hat sich entschieden nach ihrem Bachelorstudium in Sozialpädagogik weltwärts zu gehen. Mit dem Welthaus Bielefeld ist sie nach Peru gereist, um dort eine Initiative für Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen zu unterstützen.

Unterstützung für indigene Gemeinden in Peru

Hanna hat im Bachelor Nachhaltige Entwicklung und Anthropologie studiert. Mit der weltwärts-Organisation Ecoselva e.V. war sie in Peru. Sie war in einem Projekt tätig, das indigene Gemeinden in Cusco unterstützt. In der Reportage erzählt sie, warum sie unbedingt in dieses Projekt und zur Nichtregierungsorganisation CBC, Centro Bartolomé de Las Casas, wollte.

Das weltwärts-Magazin für Studierende

Während oder nach dem Studium ins Ausland gehen? Mach den Selbsttest zur passenden Auslandszeit für dich und lass dich von den hautnahen Erfahrungsberichten inspirieren. Was bringt ein Freiwilligendienst wie weltwärts? Und was kostet mich das eigentlich? Antworten auf diese und andere Fragen gibt dir das weltwärts-Magazin für Studierende.

Aus dem Studium der Stadt- und Regionalplanung nach Ruanda

Leonhard Decker war weltwärts mit artefact in Ruanda und zeigt, wie wertvoll akademisches Wissen im Freiwilligendienst sein kann. Dank seines Studiums der Stadt- und Regionalplanung bringt er sich bei der Organisation ARCOS Network gezielt ein, etwa durch die Erstellung von Karten für Umweltprojekte und die Anwendung einer Software. So wird sein theoretisches Know-how zur praktischen Grundlage für nachhaltige Entwicklungsarbeit. Ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Studium und Engagement weltweit zusammenwirken – auch dann, wenn das theoretische Wissen nicht eins zu eins eingesetzt werden kann.

Im Tandem unterrichten

Hannah (23) war weltwärts mit der Deutsch-Tansanischen Partnerschaft und hat im Tandem an der Ben Bella Secondary School auf Sansibar unterrichtet. Sie hat sich dazu entschieden, nach ihrem Bachelorstudium im Lehramt für Grundschulen einen Freiwilligendienst zu leisten. Dadurch erhofft sie sich einen Austausch über die unterschiedlichen Bildungssysteme sowie Lehr- und Lernmethoden.

Von der Mechatronik zur Gemeinwohlarbeit

Die meisten Freiwillige zieht es nach dem Schulabschluss ins Ausland – für Mareen führte der Weg mit dem Welthaus Bielefeld nach Mexiko erst nach dem Studium. Warum sie sich nach neun Jahren im technischen Beruf für einen sozialen Einsatz entschieden hat, wie sie als Ingenieurin die Geschlechterrollen erlebt und welche Projekte sie mit Frauen in Amanalco unterstützt, erzählt sie im Interview.

Sportunterricht in der Dominikanischen Republik

Alexander Knopp ist Student und hat mit der Organisation Ecoselva ein Freiwilligenjahr in der Dominikanischen Republik gemacht. Er gibt Sportunterricht an einer Schule, die vor allem von Kindern besucht wird, deren Familien aus Haiti zugewandert sind. Er berichtet von sportlichen Herausforderungen über Sprachbarrieren bis hin zu den herzlichen Begegnungen mit Schüler*innen und seiner Gastfamilie. Trotz anfänglicher Hürden zeigt er, warum es sich lohnt durzuhalten und wie er sich Unterstützung holt.

Freiwilligendienst als Vorbereitung auf ein Medizinstudium

Alexandra wollte nach dem Abi wissen, ob ein Medizinstudium das Richtige für sie ist. Daher hat sie mit weltwärts und der Organisation Kulturlife ein Jahr in einem Krankenhaus in Ghana gearbeitet. Dort konnte sie verschiedenen Stationen kennenlernen und viel medizinisches Wissen mitnehmen.

Ökologisches Engagement in Bolivien

Kai Groß und Veit Hauberg sind im August 2023 weltwärts über das Deutsche Rote Kreuz in Hessen nach Bolivien gegangen. In Cajamarca, einer kleinen Gemeinde von Chuquisaca, arbeiten sie gemeinsam in dem ökologischen Projekt des Centro Ecológico Juvenil. Während Kai bereits vor seinem Freiwilligendienst ein Studium der Forstwirtschaft abgeschlossen hat, entschied sich Veit direkt im Anschluss an sein Abitur den Schritt ins Ausland zu wagen.

Menschenrechte in Mexiko stärken

Die 28-jährige Annie Beckmann aus Tübingen ging mit dem Welthaus Bielefeld als 50.000 weltwärts-Freiwillige nach Mexiko. Vor ihrem Freiwilligendienst hat sie in Tübingen Erziehungswissenschaften studiert. Außerdem ist sie Erlebnispädagogin und hat unter anderem in der Asylberatung gearbeitet. In San Cristóbal de las Casas engagierte sie sich bei einer Organisation für die Stärkung der Menschenrechte. Wir haben sie kurz vor der Ausreise gefragt, warum sie sich für weltwärts entschieden und genau dieses Projekt in Mexiko ausgewählt hat.

Höre Podcast-Folgen mit Studierenden

 

 

 

 

weltwärts im Globalen Süden - FAQs für Studierende

FAQs für ein Praktikum im Ausland mit weltwärts

Wird weltwärts als Wartesemester anerkannt?

Die Wartezeit, also die Zeit zwischen dem Abitur und der Aufnahme des Studiums, läuft während des Freiwilligendienstes weiter. Somit kann dir dein weltwärts-Einsatz als Kriterium für die Vorrangigkeit für die Studienplatzvergabe angerechnet werden.

Wird weltwärts als Vorpraktikum oder Praktikum anerkannt?

Eine Anerkennung deines Freiwilligendienstes ist möglich. Über die Anerkennung deines weltwärts-Freiwilligendienstes als Pflichtpraktikum für dein Studium entscheidet allein deine Universität. Informiere dich vorab bei der zuständigen Stelle, welche Voraussetzungen du erfüllen musst.

Wird weltwärts als Urlaubssemester anerkannt?

weltwärts kann als ein Urlaubssemester anerkannt werden. Darüber entscheidet allein die Universität. Informiere dich vorab, über die Möglichkeit.

Wie gut müssen meine Sprachkenntnisse sein?

Für den Einstieg reichen meist Englischkenntnisse aus. Erkundige dich nach der Amtssprache in deinem Einsatzland. Erste Kenntnisse in der Amtssprache oder einer lokalen Sprache können hilfreich sein, um einen leichteren Zugang zu Land und Leuten zu finden. Die Bereitschaft, die Sprache zu erlernen, solltest du im besten Fall mitbringen. 

Deine Entsendeorganisation berät dich gerne und finanziert gegebenenfalls auch einen Sprachkurs. Vor Ort lernst du schnell dazu!

Kann ich meine Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit im Rahmen von weltwärts erstellen?

Während deines Freiwilligendienstes steht dein gesellschaftliches Engagement sowie der Alltag in deinem Gastland im Mittelpunkt. Daher ist es im Rahmen deiner Tätigkeit während des weltwärts-Dienstes nicht möglich, eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen oder gezielt Daten dafür zu erheben.

Solltest du in deiner Freizeit an einer wissenschaftlichen Arbeit arbeiten wollen, steht dem jedoch nichts im Wege.

Erhalte ich eine Unterkunft gestellt?

Du erhältst eine kostenlose Unterkunft, die den landestypischen Gegebenheiten entspricht. Bei der Unterkunft gibt es je nach Möglichkeit vor Ort verschiedene Formen, zum Beispiel ein Zimmer in einer Gastfamilie, ein Zimmer in der Einrichtung deiner Einsatzstelle (wie ein Kinderheim oder eine Universität) oder eine Wohngemeinschaft mit anderen Freiwilligen.

Wie werde ich während meines Einsatzes vor Ort unterstützt?

Vor Ort hast du persönliche Ansprechpersonen. Neben der fachlichen Betreuung am Einsatzplatz wird dir von der Partnerorganisation im Gastland ein Mentor oder eine Mentorin zur Seite gestellt. Diese Person arbeitet nicht direkt mit dir zusammen. Sie ist vertraulich ansprechbar für deine Fragen und Probleme. Zudem kannst du dich immer auch an deine Entsendeorganisation in Deutschland wenden.

 

Zu den weiteren FAQs

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Mit dem ASA-Programm ins Ausland

Das ASA-Programm bietet dir ebenfalls die Möglichkeit, in einem internationalen Projekt mitzuarbeiten. Wenn du zwischen 21 und 30 Jahre alt bist, kannst du dich jährlich zwischen dem 1. Dezember und 20. Januar für ASA bewerben. Wähle aus mehr als 100 nachhaltigen Projekten in rund 45 Ländern weltweit und engagiere dich für drei bis sechs Monate in den Bereichen Umwelt, Soziales, Design oder Naturwissenschaften. Während der Projektphase erhältst du ein Stipendium. Eine tolle Gelegenheit, berufliche Erfahrungen im entwicklungspolitischen Kontext zu sammeln, die dich persönlich weiterbringen!