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Vom 13. bis 17. Oktober 2025 fand die Partnerkonferenz in Ecuador statt. Dank der hervorragenden Organisation durch Open Door International und Fiides People Exchange sowie dem großen Engagement aller Teilnehmenden wurde die Konferenz zu einem vollen Erfolg.
Ein wichtiges Thema war die mentale Gesundheit von Freiwilligen, außerdem stellten die regionalen Netzwerke und die Vereinigung ehemaliger Freiwilliger PFIF ihre Arbeit vor. Das veränderte Verhalten von Freiwilligen und die daraus entstehenden Herausforderungen wurden ebenfalls besprochen.
Wir haben Julia Zumvenne von der Koordinierungsstelle weltwärts (Kww) interviewt, die an der Partnerkonferenz (PK) in Ecuador vom 13.-17. Oktober 2025 teilgenommen hat. Ihr Engagement und ihre Einsichten bieten wertvolle Perspektiven auf die Rolle der Zivilgesellschaft und die Herausforderungen, mit denen Freiwillige konfrontiert sind.
Wie hast du die PK Ecuador insgesamt wahrgenommen?
Julia: Ich war sehr beeindruckt von der engagierten Zivilgesellschaft vor Ort. Besonders auffällig war, wie viel die Partner im Hintergrund leisten und welche Verantwortung sie übernehmen. Es ist bemerkenswert, wie sehr sie sich um die deutschen Freiwilligen kümmern. Die Gastfamilien sind hervorragend ins Programm integriert und zeigen viel Verantwortung. Sie fragen zum Beispiel nach, wann die Freiwilligen abends nach Hause kommen, und erwarten, dass sie sich an- und abmelden – fast so, als wären sie in ihrem eigenen Zuhause.
Was war dir bei der PK Ecuador aus der Perspektive der Kww besonders wichtig?
Julia: Ein zentrales Anliegen war die Unterstützung der Netzwerkbildung. Es gibt bereits viel Wissen oder auch qualifizierte Personen, aber oft weiß man nicht voneinander. In den vertretenen Ländern Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru existieren jeweils viele Best-Practice-Beispiele, die auch in anderen Ländern funktionieren könnten. Ich fand es großartig, dass auf der Konferenz genügend Raum war, um solche Netzwerke zu bilden oder sich weiter auszutauschen. Es ist wichtig, dass insbesondere neue Partnerorganisationen von bereits vorhandenem Wissen und Erfahrungen profitieren können, sei es zu Themen wie Krisenmanagement oder Visumsfragen. Es gibt oft Finessen im Visaprozess, auf die man achten muss, und es ist hilfreich, wenn Organisationen ihre Erfahrungen austauschen können.
Was fandest du besonders gelungen?
Julia: Die Atmosphäre während der Konferenz war sehr gelungen. Wir saßen an runden Tischen, was die Konferenz aufgelockert hat. Es gab viele interaktive Elemente, und jeden Abend hat eine freiwillige Gruppe einen Energizer angeleitet, um den Tag zu reflektieren. Das schuf ein starkes Gefühl der Verbundenheit. Ein weiterer Höhepunkt war ein emotionaler Film, den die Teilnehmenden auf eigene Initiative hin im Hintergrund erstellt haben. Durch spontane Fragen wurden alle dazu eingeladen, einen Beitrag zu leisten. Der Film transportiert Emotionen und fing die Stimmung der Konferenz ein – ganz anders als ein trockener Bericht. Es hat einige der Verantwortlichen zu Tränen gerührt, als sie damit am Ende der Konferenz überrascht wurden.
Welche Themen hättest du gerne noch vertieft?
Julia: Ein Thema, das ich gerne vertieft hätte, ist die Auswahl der Freiwilligen in Deutschland. Es wäre wichtig, die Partnerorganisationen stärker in diesen Prozess einzubeziehen und zu erläutern, wie die Auswahl verläuft. Außerdem ist das veränderte Jugendverhalten ein Thema, das mehr Aufmerksamkeit benötigt. Oft gibt es Vorurteile, dass die Freiwilligen „schwierig“ oder „anspruchsvoll“ seien. Ich hätte mir mehr Austausch zwischen Entsendeorganisationen und Partnerorganisationen gewünscht, um zu klären, wie wir die Bedürfnisse der Freiwilligen besser verstehen können, insbesondere in Bezug auf besondere Anforderungen, wie etwa bei Trans-Personen.
Gibt es noch etwas, das du gerne erwähnen möchtest?
Julia: Ich halte die Rolle der Ehemaligenvertretung der Freiwilligen auf den Partnerkonferenzen für sehr wichtig. Diese Perspektive ist oft unmittelbarer und zeigt, was die Freiwilligen wirklich benötigen. Es war hilfreich, dass PFIF als Netzwerk zurückgekehrter Freiwilliger vertreten war, denn es hat das Verständnis für die Herausforderungen und Themen, mit denen sich junge Menschen aktuell beschäftigen, gefördert. Zum Beispiel ist das ökologische Bewusstsein unter jungen Menschen oft hoch. Die aktiven Freiwilligen sind jedoch nicht die, die sich gegen einen langen Flug entschieden haben. Das sollten wir differenziert betrachten. Es ist wichtig, dass wir mit den jungen Menschen zusammenarbeiten und uns anpassen, anstatt sie abzustempeln.
Julias Einblicke zur Partnerkonferenz Ecuador bieten eine wertvolle Perspektive auf die Herausforderungen und Chancen, die in der Zusammenarbeit bestehen. Ihre Erfahrungen und Anregungen sind nicht nur für die Organisatoren von Bedeutung, sondern auch für alle, die sich im weltwärts-Programm für die Entwicklung und Integration von Freiwilligen engagieren.