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Kompetenzzentrum für Inklusion

Teilhabe an Auslandsdiensten fördern

Menschen mit Beeinträchtigung oder Behinderung haben laut UN-Behindertenrechtskonvention ein Recht auf Partizipation an internationalen Freiwilligendiensten. Die Ergebnisse der letzten Freiwilligenbefragung im weltwärts-Programm ergaben, dass weniger als 1 Prozent der Freiwilligen, die 2014 ihren Dienst beendet haben, eine anerkannte Behinderung hatten. weltwärts hat vor diesem Hintergrund Freiwillige mit Beeinträchtigung oder Behinderung als besonders zu erreichende Zielgruppe erklärt und die Einrichtung eines Kompetenzzentrums beschlossen.

Pilotprojekt: weltwärts alle inklusive!

Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev) entsendet vorrangig in Projekte mit und von Menschen mit Beeinträchtigung beziehungsweise Behinderung. Im Rahmen des Pilotprojekts „weltwärts alle inklusive!“, welches bezev bis 2014 durchgeführt hat, wurden zahlreiche Erfahrungen mit der inklusiven Entsendung gesammelt. bezev hat ein Netzwerk von Entsende- und Aufnahmeorganisationen, die für Freiwillige mit Beeinträchtigung oder Behinderung offen sind, aufgebaut. Darüber hinaus hat bezev zu strukturellen Anpassungen im weltwärts-Programm beigetragen: Erfolge waren die Sicherstellung einer Förderung von Mehrkosten von Freiwilligen mit Beeinträchtigung oder Behinderung sowie die Erhöhung der Altersgrenze für diese Zielgruppe. Zudem wurde ein Handbuch zur inklusiven Entsendung von Freiwilligen veröffentlicht, das bei bezev bestellt werden kann.

Seit Juli 2015 ist das „Kompetenzzentrum für Inklusion von Freiwilligen mit Beeinträchtigung / Behinderung“ bei bezev angesiedelt.

Aufgaben des Kompetenzzentrums

Die Angebote des Kompetenzzentrums richten sich sowohl an junge Erwachsene als auch an Entsende- und Aufnahmeorganisationen. Das Kompetenzzentrum spricht junge Erwachsene mit Beeinträchtigung beziehungsweise Behinderung gezielt über relevante Orte und Netzwerke an und berät sie über einen Freiwilligendienst im Ausland. Diese Beratung findet trägerübergreifend statt. Bewerber und Bewerberinnen werden an alle interessierten Entsendeorganisationen vermittelt.

Entsende- und Aufnahmeorganisationen werden bei der inklusiven Gestaltung ihres Freiwilligenprogrammes begleitet und bei Fragen zu Mehrkosten und deren Abrechnung beraten. Das Kompetenzzentrum vernetzt interessierte Organisationen und bietet auch in trägerübergreifenden Gremien Beratung an. Außerdem evaluiert das Kompetenzzentrum die Erfahrungen mit der Entsendung von Freiwilligen mit Beeinträchtigung oder Behinderung.

Kontakt:
Rebecca Daniel
E-Mail: daniel@bezev.de
Telefon: +49 (0)201 – 29 44 12 23

Angebote des Kompetenzzentrums

  • bei Fragen zu Mehrbedarfen: Das Kompetenzzentrum berät Entsendeorganisationen, die Freiwillige mit Beeinträchtigung oder Behinderung entsenden und Fragen zu deren Mehrbedarfen klären möchten, wie zum Beispiel zu Gebärdendolmetschern für gehörlose Freiwillige oder zur Mobilitätsassistenz für blinde und gehbeeinträchtigte Freiwillige.
  • bei Fragen zu Mehrkosten: Fragen zu Mehrkosten sollten möglichst frühzeitig an das Kompetenzzentrum gerichtet werden. Das Kompetenzzentrum plant gemeinsam mit der Koordinierungsstelle weltwärts die Gesamtkosten für Inklusion im weltwärts-Programm und überwacht das Budget. Dadurch kann möglichst frühzeitig Planungssicherheit für die inklusive Entsendung geschaffen werden.
  • bei Interesse an einer Schulung: Das Kompetenzzentrum berät individuell und führt Schulungen für einzelne Organisation durch. Diese Schulungen können für einzelne Personen, ganze Abteilungen oder organisationsweit angeboten werden und verschiedene Themen umfassen. Darüber hinaus werden auf den offenen Trägertagungen Gruppen-Schulungen für interessierte Organisationen angeboten.
  • zur Vermittlung passender Freiwilliger: Einsatzstellen für Freiwillige mit Beeinträchtigung oder Behinderung können dem Kompetenzzentrum gemeldet werden, so dass das Kompetenzzentrum interessierte junge Menschen an die jeweilige Organisation vermitteln kann.
  • zur Vermittlung passender Einsatzstellen: Entsendeorganisationen, die Bewerbungen von Freiwilligen mit Beeinträchtigung oder Behinderung erhalten und keine passende Einsatzstelle haben, können die Interessenten auf das Kompetenzzentrum aufmerksam machen. Das Kompetenzzentrum berät die Bewerberinnen und Bewerber über Alternativen.
  • bei Interesse an Netzwerkarbeit: Entsendeorganisationen, die über Neuigkeiten zur Inklusion im weltwärts-Programm informiert werden möchten, können beim Kompetenzzentrum in einen Verteiler interessierter Organisationen aufgenommen werden.
  • zur Evaluation von Erfahrungen: Organisationen, die bereits Freiwillige mit Beeinträchtigung oder Behinderung entsendet haben, können ihre Erfahrungen dem Kompetenzzentrum zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht es, die Herausforderungen und Lösungen für alle Entsendeorganisationen und für das weltwärts-Programm als solches verfügbar zu machen. Das Kompetenzzentrum hat dazu eigens Fragebogen für Organisationen und Freiwillige entwickelt. Außerdem sind Rückmeldungen zur Arbeit des Kompetenzzentrums erwünscht, um diese kontinuierlich verbessern zu können.

Kampagnenvideo: jetzt-einfach-machen.de

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Video: Einfach machen

Der Freiwilligendienst für alle!