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Corona-Pandemie beeinflusst auch Süd-Nord Freiwilligendienst

Über 700 Freiwillige von den Auswirkungen betroffen

Aktuell leisten über 700 Freiwillige aus dem Globalen Süden im Rahmen der weltwärts Süd-Nord Komponente einen Freiwilligendienst in Deutschland. Sie engagieren sich in verschiedensten sozialen, kulturellen, entwicklungspolitischen und gesundheitsbezogenen Bereichen. Dabei sind die Freiwilligen auf unterschiedliche Art und Weise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Es wurden bereits Maßnahmen getroffen, um ihre Situation zu erleichtern.

Die aktuelle Krisensituation stellt auch für die Süd-Nord-Freiwilligen eine besondere Belastung und Herausforderung dar – in vielerlei Hinsicht. Zum neuen und oft noch ungewohnten Lebensumfeld in Deutschland kommen seit einigen Wochen die geltenden Kontaktbeschränkungen hinzu, die die Gefahr sozialer Isolation bergen. Auch hinsichtlich der Tätigkeit in den Einsatzstellen herrscht häufig Unsicherheit: Auf welche Weise und wie lange sind Einsatzstellen von den Einschränkungen betroffen? Werden Freiwillige vom Dienst freigestellt? Nicht zu vergessen ist die Sorge der Freiwilligen um Angehörige und Freunde im Herkunftsland.

Gesundheit und Sicherheit der Freiwilligen haben oberste Priorität

Bislang haben lediglich sehr wenige Freiwillige ihren Dienst wegen der Pandemie abgebrochen. Für die allermeisten ist ein Abbruch aktuell ohnehin nicht umsetzbar, da aufgrund fehlender Flugverbindungen eine Rückreise ins Herkunftsland nicht möglich ist. Deshalb sind Freiwillige, deren Einsatzstellen momentan geschlossen sind, wie beispielsweise Kitas und Schulen, vom Dienst freigestellt – solange, wie es die gültigen Einschränkungen erforderlich machen.

In Absprache mit den Trägern können sich darüber hinaus generell alle Freiwilligen für den Zeitraum der Pandemie von der Tätigkeit in der Einsatzstelle freistellen lassen, oder – sofern das möglich ist – den Einsatzbereich wechseln. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass Freiwillige, die beispielsweise in Krankenhäusern oder Pflegeheimen eingesetzt sind, nicht psychisch oder körperlich überfordert, sowie keinem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt werden. Dort, wo es möglich ist, sind viele Freiwillige weiterhin in ihren Einsatzstellen tätig und leisten dort auch in Zeiten von Corona einen wertvollen Beitrag. Natürlich gilt für alle: Sicherheit und Gesundheit haben oberste Priorität.

Sonderregelungen der beteiligten Ministerien

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat kurzfristige Sonderregelungen getroffen, die es beispielsweise ermöglichen, den Freiwilligendienst auf bis zu 24 Monate zu verlängern. Regulär sind bis zu 18 Monate Freiwilligendienst möglich. So wird sichergestellt, dass Freiwillige auch trotz aktuell fehlender Rückreisemöglichkeiten ihren sicheren Aufenthaltsstatus behalten und von den Trägerorganisationen und Einsatzstellen gut versorgt und begleitet werden können. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat ebenso auf die Ausnahmesituation reagiert und zugesagt, Mehrkosten zu übernehmen, die den Aufnahmeorganisationen aktuell durch die Corona-Pandemie entstehen.

Gemeinsames Handeln der weltwärts-Akteure

Alle weltwärts-Akteure sind im Angesicht dieser besonderen Situation in ständigem Austausch, um weiterhin schnelle und unbürokratische Lösungen im Sinne der Freiwilligen zu finden. Das gemeinsame Ziel ist es, den Süd-Nord Freiwilligen auch in diesen herausfordernden Zeiten einen sicheren und gut begleiteten Freiwilligendienst zu ermöglichen.