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Zweite Verleihung des Fairwandler-Preises in Frankfurt

Erneut viele weltwärts-Freiwillige unter den Preisträgern und den Nominierten

Anlässlich des Welttags der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar hat die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie den jährlich ausgeschriebenen Fairwandler-Preis für entwicklungspolitisch engagierte junge Menschen verliehen. Vier Projekte in unterschiedlichen Kategorien wurden vom Wertschätzungsgremium ausgezeichnet. Wie im letzten Jahr finden sich viele ehemalige weltwärts-Freiwillige unter den Preisträgern und den Nominierten.

FAIRmitteln und FAIRbinden

Das Bild zeigt 14 Personen. Sie stehen auf einer Bühne. Es sind die Preisträgerinnen des Fairwandlerpreises 2018. Außerdem sind drei Männer des BMZ und der Karl Kübel Stiftung zu sehen. Vier der jungen Menschen halten den Fairwandlerpreis in den Händen
Preisverleihung 2018: Ministerialdirektor Gunther Beger vom BMZ (li.), Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung (2. Reihe, 2. v.re.) und Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der KKS (2. Reihe, re.), © Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu).

„Uns ist aufgefallen, dass in Deutschland hauptsächlich Menschen über Fluchterfahrung sprechen, die selbst gar nicht davon betroffen sind“, erklärt Felix Popescu von der BUNDJugend NRW aus Soest. Der Verein ist mit seiner Multi-Schulung Flucht der Preisträger in der Kategorie FAIRmitteln!. Ziel der Initiative ist es, junge Menschen in Nordrhein-Westfalen mit und ohne Fluchterfahrung zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu den Themen Flucht und Migration auszubilden. Felix ist weltwärts-Freiwilliger der ersten Stunde: Er hat im Jahr 2008 seinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst geleistet.

Das Team von GlobalMatch dagegen möchte FAIRbinden - und zwar Menschen aus dem Globalen Norden mit Menschen aus dem Globalen Süden. Mit ihrer Idee, zu diesem Zweck eine Online-Plattform bereitzustellen, auf der sich Menschen mit ähnlichen Interessen aus aller Welt registrieren und finden können, hat die Initiative den Preis in eben dieser Kategorie gewonnen. Einmal „gematcht“, arbeiten sie gemeinsam an einem Projekt, das thematisch zu einem der SDGs passt, den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Auch unter den jungen Leuten von GlobalMatch finden sich einige ehemalige weltwärts-Freiwillige wieder. Ihr Ziel: Echter „Austausch von Ideen und Wissen auf Augenhöhe“.

Stolze Preisträger in den zwei weiteren Kategorien FAIRHandeln! und FAIRwerten! sind die Initiativen Kauri und Restlos Glücklich. Hinter Kauri stehen drei Uniabsolventinnen aus Duisburg, die mit Schmuck aus Sand eine faire Alternative zu Ketten und Ringen aus Gold anbieten. Restlos Glücklich sind 20 junge Leute aus Berlin, die mit ihren Workshops, Schulungen und Kochkursen das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung schärfen.

Staatssekretär betont Bedeutung von Rückkehrengagement

Die Mitglieder des Wertschätzungsgremiums, wie die Jury des Fairwandler-Preises genannt wird, machten am Abend der Preisverleihung deutlich, dass ihre Entscheidungen bei so vielen Projekten engagierter junger Menschen keine einfachen waren. Thomas Silberhorn, Staatssekretär im BMZ würdigte entsprechend das Engagement aller Nominierten: „Die 14 Initiativen, die heute Abend nominiert sind, zeigen uns: Wir können etwas ändern und wir können selbst die Initiative ergreifen, um Globalisierung gerecht zu gestalten!“

Allen nominierten Projekten ist gemein, dass sie von jungen Menschen ins Leben gerufen wurden, die selbst einige Zeit im Globalen Süden gelebt haben. „Bei all diesen Einsätzen ist jedoch entscheidend, dass die vielfältigen Erfahrungen der Freiwilligen nach ihrer Rückkehr nicht verloren gehen“, betonte Staatssekretär Silberhorn. „Sie haben während ihrer Auslandszeit live und eindrücklich erfahren, wie die Schattenseiten der Globalisierung aussehen. Sie bringen Veränderungsbereitschaft und Engagement in unsere Gesellschaft zurück.“ Das hat die Preisverleihung in Frankfurt in der Tat eindrücklich gezeigt.