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In die Welt
eintauchen
In die Welt
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Nachdem ich mein Abitur im Sommer 2025 abgeschlossen habe, stand für mich fest, dass ich nicht sofort ein Studium oder etwas Ähnliches beginnen möchte. Ich habe mich für einen Freiwilligendienst entschieden, da ich gerne tiefer in ein Land und eine Kultur eintauchen wollte, als es während einer kurzen Reise möglich ist. Ich wollte neue Erfahrungen sammeln, meine Komfortzone verlassen und mein Französisch verbessern.
Für Togo habe ich mich entschieden, weil mich mein Projekt sehr angesprochen hat. Ich wollte am liebsten einen Freiwilligendienst im Bereich Kultur und Medien machen. In meinem Einsatzort Kpalimé, einer mittelgroßen Stadt an der Grenze zu Ghana, habe ich bei einer kleinen Filmproduktionsfirma die perfekte Einsatzstelle für mich gefunden.
Vor meiner Ausreise nach Togo blickte ich mit einer Mischung aus Vorfreude und Unsicherheit auf den bevorstehenden Aufenthalt und machte mir viele Gedanken – zum Beispiel darüber, wie schnell ich mich einleben würde, ob ich auf der Arbeit zurechtkommen würde, welche Aufgaben mich erwarten und ob meine Französischkenntnisse ausreichend sind. Nachdem ich nun seit fast fünf Monaten hier in Kpalimé bin, kann ich sagen, dass meine Sorgen unbegründet waren. Ich durfte bereits unzählige Erfahrungen sammeln, an die ich in Deutschland nicht einmal gedacht hätte.
Gemeinsam mit meinen Mitfreiwilligen, mit denen ich in einer Freiwilligen-WG zusammenlebe, bin ich nach Lomé geflogen. Am Flughafen wurden wir von unserem großen Gastbruder herzlich begrüßt und in Empfang genommen. Auch in unserem neuen Zuhause in Kpalimé wurden wir bereits erwartet. Unserer Fünfer-WG ist an ein Kinderheim angeschlossen, das sogenannte „Centre“. Das Centre ist sehr familiär, und sowohl die Maman als auch unsere etwa 20 Gastgeschwister begrüßten uns überschwänglich. In den ersten Tagen wurde uns viel Zeit gegeben, um in Ruhe anzukommen, alle kennenzulernen und uns an das heiße Klima zu gewöhnen.
Obwohl unglaublich viele neue Eindrücke auf mich einprasselten und vieles ganz anders war als das, was ich von zu Hause kannte, konnte ich mich schnell einleben und fühlte mich sofort wohl. Meine Aufnahmeorganisation unterstützt mich in allen Bereichen, erklärt mir alles Wichtige und steht mir jederzeit als Ansprechpartner zur Seite. Die Mentalität der Togolesinnen und Togolesen unterscheidet sich stark von der, die ich aus Deutschland kenne:
Die Menschen hier sind sehr aufgeschlossen und herzlich. Man wird schnell in Gespräche verwickelt, und sobald man verloren wirkt, wird Hilfe angeboten.
Ehrliches Interesse an der Kultur wird sehr geschätzt, und Traditionen werden gerne geteilt – das hat das Einleben sehr erleichtert.
Meine Einsatzstelle ist die Produktionsfirma Inno Production. Sie wurde von meinem Chef Innocent gegründet und produziert Kurzfilme, Dokumentationen und Musikvideos. Außerdem organisiert Inno Production seit einigen Jahren ein jährliches Film- und Musikfestival. Dieses Festival war in den letzten Jahren sehr erfolgreich. Es bietet lokalen Künstler*innen die Möglichkeit, ihre Kunst und damit ihre Perspektiven zu teilen sowie für verschiedenste gesellschaftliche Themen zu sensibilisieren.
Ich wirke bei der Planung des Festivals und anderen Projekten mit – und darf außerdem meinen eigenen Kurzfilm zu einem selbst gewählten Thema realisieren. Ich habe mich entschieden, mit meinem Film auf das Thema Bildungsungleichheit für Mädchen aufmerksam zu machen. Nach einer allgemeinen Einführung in die Filmproduktion durch meinen Chef habe ich mein eigenes Drehbuch geschrieben, Sponsor*innen gesucht, Schauspieler*innen sowie Drehorte ausgewählt und alles Weitere geplant, um den Dreh durchführen zu können. Beim Dreh Regie zu führen und das Ergebnis monatelanger Arbeit zum Leben erwachen zu sehen, war sehr spannend und hat mir große Freude bereitet.
Zuvor hatte ich bereits die Möglichkeit, an einem größeren Dreh für eine Fernsehserie teilzunehmen, wofür ich sogar in die Hauptstadt Lomé gereist bin.
Es war unglaublich spannend, so nah an einem professionellen Set dabei zu sein und aktiv mithelfen zu können.
Außerdem nahm mich mein Chef zu einem Filmfestival mit, bei dem wir eine Woche lang Filme aus verschiedenen frankophonen Ländern Afrikas gesehen haben. Ergänzend dazu besuchten wir Workshops und Diskussionsrunden zu Themen wie künstlicher Intelligenz in der Filmbranche.
Ich bin sehr dankbar für die vielfältigen Erfahrungen, die mir mein Einsatzprojekt ermöglicht, und besonders für die Menschen, die ich in der Filmbranche bereits kennenlernen durfte. Alle sind sehr offen, kontaktfreudig und geben ihr Wissen gerne weiter. So konnte ich bereits Freunde in Benin besuchen, die ich über meine Arbeit kennengelernt habe, und plane weitere Besuche innerhalb Togos.
Auf meine verbleibende Zeit in Togo freue ich mich sehr. Es gibt so viele Dinge, die ich erleben möchte, und so viele Orte, die ich noch nicht gesehen habe. So plane ich beispielsweise Reisen nach Ghana und an die Elfenbeinküste, möchte in Kpalimé Mal- und Töpferkurse besuchen und weitere Städte in Togo kennenlernen. Auch in meinem Projekt steht noch viel an: der Schnitt und die Fertigstellung meines Films, weitere Dreharbeiten sowie das Filmfestival, das wir organisieren werden.
Meine Zeit hier vergeht viel zu schnell, und ich versuche, jeden Moment bewusst zu genießen.
Dieser Einsatzplatz wird angeboten von der weltwärts-Organisation
Entsendeorganisation DRK Soziale Freiwilligendienste Mecklenburg-Vorpommern
Einsatzplatz: Assistenztätigkeit bei einer Dokumentarfilmproduktion