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In die Welt
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Lange muss Karina nicht überlegen, wenn sie nach ihrem Lieblingsmoment gefragt wird. Schnell erinnert sie sich an ein gemeinsam organisiertes Event ihrer Einsatzstelle. Verschiedene Jugendgruppen, die alle beim Malawisee Fußball und Volleyball gespielt haben, auch Theaterstücke wurden aufgeführt. Viele Jugendliche waren zum ersten Mal außerhalb ihres Dorfes unterwegs. Das zu erleben, das war ein besonders schöner Moment“, sagt Karina, die 2009 bis 2010 mit dem mittlerweile ausgestiegenen Träger GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Malawi weltwärts war.
Im ländlichen Distrikt Rumphi, etwa sieben Autostunden von der Hauptstadt Lilongwe entfernt, tauchte sie in eine neue Kultur und einen neuen Kontext ein. Dort war sie bei der Rumphi Youth Support Organization (RYSO) tätig. Das hieß: vormittags Kinderbetreuung, nachmittags Volleyball mit Jugendlichen spielen und Events planen und organisieren. Jungen Menschen Perspektiven aufzeigen, Aufklärung über HIV, Sport- und Theatergruppen – es gibt allerhand zu tun. Auch heute ist ihr weltwärts-Jahr noch präsent in ihrem Leben, so Karina. Mehr als 17 Jahre später. Sie erzähle Bekannten und Freund*innen häufig davon.
Ihre größte Herausforderung vor Ort: die eigenen Privilegien erkennen und hinterfragen. Als weiße Person wird man bevorzugt behandelt. „Das war auch mein größter Aha-Moment“, sagt Karina heute. Zurück in Deutschland lernte sie viel über Journalismus und Kommunikation bei der Mediengruppe RTL in Köln. Doch etwas fehlte ihr. Der Druck, die vielen Stunden in der Privatwirtschaft – für Karina war es an der Zeit, sich neu zu orientieren.
Ihr Einsatz mit weltwärts war ihr im Gedächtnis geblieben. Als es dann eines Tages an die Jobsuche ging, und Karina einen Job mit Sinn im Auge hatte, kam sie schließlich zu weltwärts zurück – zur Koordinierungsstelle des Programms, angesiedelt bei Engagement Global. Sie sieht die Stellenanzeige, bewirbt sich, wird Teil des Teams. Karina erzählt, sie habe nicht gewusst, was alles hinter dem Programm steckt, wie komplex das Gemeinschaftswerk ist. weltwärts mal von der anderen Seite erleben, von innen: „Das war total aufregend. Es war toll zu sehen, wie aktuelle und ehemalige Freiwillige bei der Weiterentwicklung des Programms involviert sind.“ Auch das Kennenlernen der Trägerlandschaft und weltwärts als Gemeinschaftswerk zu erleben sei für sie sehr spannend gewesen, meint Karina heute.
Es war toll zu sehen, wie aktuelle und ehemalige Freiwillige bei der Weiterentwicklung des Programms involviert sind.
Als das Programm sein 15-jähriges Bestehen feiert, 2023 in Göttingen, betreut Karina das weltwärts-Festival. Über 1.300 Freiwillige waren vor Ort, Trägerorganisationen, und die Koordinierungsstelle. Karina mittendrin. Sie kümmerte sich auch um die Social-Media-Kanäle bei weltwärts, koordinierte Projekte in der Öffentlichkeitsarbeit.
Doch was hat die Arbeit im Programm mit ihr gemacht? Dazu sagt Karina: „Mein Blick auf weltwärts hat sich durch die Arbeit bei weltwärts auf jeden Fall verändert. Weil ich gesehen habe, wie sich das Programm weiterentwickelt und verändert hat. Zu sehen, wer alles daran beteiligt ist, weltwärts noch besser und reflektierter zu machen.“
Karinas weltwärts-Dienst hat sie bis heute geprägt, ihren Blick auf soziale Ungleichheiten und globale Zusammenhänge geschärft. So sehr, dass es nach wie vor jungen Menschen im Bekannten- und Freundeskreis weiterempfiehlt. Jetzt ist Karina Referentin für Digitale Kommunikation beim Landschaftsverband Rheinland (LVR). Im Dezernat für Kinder, Jugend und Familie setzt sie sich für eine gerechtere Gesellschaft vor Ort ein.
Zum 18. Geburtstag wünscht sie dem weltwärts-Programm als ehemalige Kollegin: „Offenheit, viele tolle Freiwillige – und das Knacken der 15.000er-Marke bei Instagram!“