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Ein Jahr, das bleibt

Jan Dieren

Einsatzort: Bogotá, Kolumbien

Organisation: ICJA

Ein weltwärts-Werdegang mit dem Blick fürs Soziale: Jan Dieren ist Rechtsanwalt, seit 18 Jahren bei der SPD. Seit 2021 sitzt er im Bundestag und setzt sich unter anderem für Arbeiter*innenrechte ein. 2011 ging er nach Kolumbien und lernte dort viel über Ungleichheit, Ungerechtigkeit – und damit auch über Deutschland und das Gefälle zwischen Globalem Süden und Globalem Norden.

Über Deutschland lernen?

Dieser eine, große Moment, der alles nachhaltig verändert hat? Für Jan war es eher die Gesamterfahrung mit weltwärts, die ihn geprägt hat – bis heute. Ungerechtigkeit, Ungleichheit, die Verteilung von Reichtum: All das sind Themen, die Jan schon immer beschäftigt haben. „Ich habe in diesem Jahr auch viel über die gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland gelernt“, sagt er heute. Denn jetzt konnte Jan einen Vergleich herstellen. Sein weltwärts-Jahr prägt ihn bis heute, sagt er.

Über das eigene Land was lernen, während man Tausende von Kilometern entfernt ist? Klingt erst mal paradox. Doch für Jan hat seine Zeit mit weltwärts im südamerikanischen Kolumbien etwas angestoßen. Der Sozialdemokrat kommt aus Moers in Nordrhein-Westfalen, hat Jura, Philosophie und Romanistik studiert. Schon seit 2008 ist er Mitglied der SPD.

Drei Jahre später geht es für Jan nach Bogotá. Er engagierte sich im Projekt Tanai Jawa, das sich für die Unterstützung und das Empowerment marginalisierter Bevölkerungsgruppen einsetzt, beispielsweise Straßenhändler*innen.

„Mach das!“

Auf die Frage, was er am meisten aus seinem weltwärts-Jahr in Kolumbien vermisst, zögert er nicht lange: „Frische Avocados, frisches Obst.“ Bis heute begleitet und beeinflusst den Sozialdemokraten, was er damals mit weltwärts vor Ort gelernt hat: „Offenheit anderen Menschen gegenüber“ – etwas, das ihm auch im Parlament zugutekommt. Im Bundestag ist Jan Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.

Seit ich dieses Jahr gemacht habe, rate ich jedem jungen Menschen: Mach das!“

Er spricht sich für die Rechte von Paketzusteller*innen aus, redet mit Nachdruck über das Lieferkettengesetz, über Betriebsräte und die Mitbestimmung von Arbeiter*innen in großen Unternehmen. Verantwortung übernehmen, sich für benachteiligte Gruppen einsetzen, die Auswirkungen des eigenen Konsums reflektieren: „Ich habe viel über weltweite Zusammenhänge gelernt“, sagt der heute 35-Jährige über sein Jahr in Kolumbien, „wie das, was an einem Ort der Welt passiert, Auswirkungen auf Menschen an anderen Orten hat.“

Und er hat einen konkreten Tipp: „Seit ich dieses Jahr gemacht habe, rate ich jedem jungen Menschen: Mach das!“