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Von Sambia ins Rathaus

Jakob

Einsatzort: Lusaka, Sambia

Organisation: ASC Göttingen

Jakob hat zwei Leidenschaften: Sport und Politik. Für beides interessiert er sich bereits früh. Durch seinen weltwärts-Einsatz lernte Jakob viel über globale Zusammenhänge. Mit großer Eigeninitiative baute er vor Ort Strukturen für den Teamsport Floorball auf – eine in Sambia bislang gänzlich unbekannte Sportart. Zurück in seiner Heimat Kleinmachnow in Brandenburg engagiert sich Jakob in der Gemeindevertretung. Er will Politik für junge Menschen zugänglich machen – mit einem Fokus auf Klimaschutz.

Zeit für einen Perspektivwechsel

Jakob Bleek ist kein gewöhnlicher junger Mann. Das merkt man spätestens, wenn man sich seine Instagram- oder TikTok-Videos anschaut. Er spricht mit Hingabe über Bustaktungen, Radwege und ÖPNV-Bedarfspläne. Jakob ist 20 – aber sitzt bereits in der Gemeindevertretung in seiner Heimat Kleinmachnow in Brandenburg. Nach der Schule war es für Jakob Zeit für einen Perspektivwechsel. Er ging weltwärts nach Sambia. Seine Leidenschaft für den Sport nahm er mit.

„Vor meiner Ausreise wusste ich kaum, wo Sambia liegt. Mein Bild war geprägt von TV-Werbung und Kinderbüchern. Heute habe ich ein differenzierteres Verständnis“, sagt Jakob nach seiner Rückkehr. Beim Olympic Youth Development Center und verschiedenen Schulen engagierte sich der Brandenburger für die Vermittlung von sportlichen Werten wie Teamgeist, Gemeinschaft und Fair Play. In Zusammenarbeit mit Special Olympics Sambia trainierte Jakob Kinder mit geistiger Behinderung an verschiedenen Standorten in Lusaka.

Das erste Equipment ist bereits eingetroffen

Eine Teamsport, die verletzungsarm ist, schnell, dynamisch und mit wenig Equipment möglich: das ist Floorball. Jakob liebt diese Sportart, die eng mit dem Eishockey verwandt ist. So sehr, dass er bereits 50 Schläger und 100 Bälle erfolgreich nach Sambia gebracht. Sein Ziel, an dem er nach wie vor arbeitet: die Gründung eines nationalen Floorballverbands in Sambia.

weltwärts hat Fähigkeiten gestärkt, die mich weiter begleiten: interkulturelle Kompetenz, Empathie, Teamarbeit und die Fähigkeit, flexibel auf neue Situationen zu reagieren.

Sein Engagement blieb nicht unbemerkt. Die damalige deutsche Botschafterin in Sambia, Anne Wagner-Mitchell, zeigte sich begeistert von Jakobs Einsatz. Bei der feierlichen Übergabe des organisierten Equipments beim Olympic Youth Development Centre (OYDC) in Lusaka war sie anwesend.

Der jüngste im Rathaus

Als mit Abstand jüngster Gemeindevertreter setzt sich Jakob für eine Politik ein, die auch junge Menschen hört. Klimaschutz ist Jakob dabei besonders wichtig. Deswegen spricht er mit Begeisterung über Nachtbusse, Radwege und Bebauungspläne. Durch weltwärts hat Jakob ein Verständnis für globale Zusammenhänge bekommen.

Nach dem Freiwilligendienst hört sein Engagement aber nicht auf. Jetzt studiert er Rechtswissenschaften in Berlin – und erinnert sich an seine ersten Sitzungen im Rathaus zurück: „Am Anfang war das schon eine Herausforderung. Gerade als junger Mensch ist man dann doch irgendwie mit vielen Vorurteilen behaftet.“

Sich für etwas einsetzen, mit Hingabe, positive Veränderungen anstoßen – was Jakob bereits in seinem weltwärts-Einsatz tat, führte er auch in seiner Heimat weiter. Seine Erfahrungen aus seinem Freiwilligendienst helfen ihm heute weiter. In Sambia hatte er gelernt, sich auf neue Situationen einzulassen, mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten und trotz Widrigkeiten eine Lösung zu finden.

„Die Zeit mit weltwärts hat mir nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern auch Fähigkeiten gestärkt, die mich weiter begleiten: interkulturelle Kompetenz, Empathie, Teamarbeit und die Fähigkeit, flexibel auf neue Situationen zu reagieren“, sagt der 20-Jährige.

Seine Zeit mit weltwärts hat sein Lebensmotto geprägt: „Frisch gewagt ist halb gewonnen.“