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In die Welt
eintauchen
In die Welt
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„Ich wusste immer, dass ich rauswollte. Mehr sehen wollte von der Welt“, erzählt Florian. Er hat als erster in seiner Familie Abitur. Dennoch stammt Florian, wie er selbst sagt, aus einer armen Familie. Ein Auslandsaufenthalt war für ihn ein Traum, der den Kindern Besserverdienender vorbehalten war. Doch auf einer Veranstaltung erzählt ihm jemand vom weltwärts-Programm. Erst mal stutzt er. Ein Freiwilligendienst im Ausland, aber staatlich gefördert? Dankbar für die Möglichkeit, organisiert er Benefizkonzerte, um den Spendenanteil für den Träger zu sammeln. Knapp ein halbes Jahr später geht es tatsächlich los.
In drei Worten würde Florian seine Zeit mit weltwärts so zusammenfassen: Regenwald, Gemeinschaft, Herausforderungen. 2012 bis 2013 ging er ein Jahr lang ins Tropenparadies Costa Rica weltwärts. In der ländlichen Gemeinschaft Longo Mai unterstützte Florian die örtliche Kolping-Gruppe und viele soziale und ökologische Initiativen. Longo Mai hat einen besonderen historischen Hintergrund: Geflüchtete aus den Bürgerkriegen in El Salvador und Nicaragua fanden dort Zuflucht. Landwirtschaft prägt die Region. „Am Anfang kannst du nicht mal die Sprache, wem willst du helfen?“. Also ging Florian um 5 Uhr morgens mit der Gastfamilie aufs Feld. Und packte mit an: Kaffeekirschen pflücken, Zuckerrohr schneiden, Biodünger herstellen. Harte körperliche Arbeit, Leben in einfachen Verhältnissen, fernab der Heimat.
Den ganzen Tag eine fremde Sprache sprechen. Unterschiedliche Akzente im Spanischen, da Menschen aus Nicaragua, Honduras, El Salvador und Costa Rica gemeinsam an einem Ort wohnen und arbeiten. All diese Erfahrungen haben ihn bis heute geprägt: „Wie man mit anderen Menschen umgeht und im Team arbeitet – das ist etwas, das weltwärts wie kaum ein anderes Programm lehrt“, sagt Florian heute.
Ich wusste immer, dass ich rauswollte
„Negative Nachrichten lähmen auf Dauer. Und wer sich gelähmt fühlt, handelt nicht“, sagt der Medienmacher im Interview mit dem Radiosender Deutschlandfunk Nova. Nach seinem weltwärts-Dienst wird Florian bewusst: Jede*r kann selbst Veränderung anstoßen und die Welt zu einem besseren Ort machen. Zunächst studiert er in Hamburg Sozial- und Kulturanthropologie und Lateinamerika-Wissenschaften, um Menschen und ihre Kontexte besser zu verstehen.
Später folgt der Weg in den Journalismus über Medienprojekte weltweit und schließlich auch über ein Studium in Newscastle upon Tyne. Dabei stört ihn jedoch der Fokus aufs Negative, auf Kriege, Konflikte, Katastrophen und Konkurrenz. Nach dem Studium gründet er den gemeinnützigen Verein „MediaMundo“ und arbeitet als Digitalberater für Non-Profits in der Internationalen Zusammenarbeit. Dabei bringt er bereits konstruktive Konzepte ein: „Wer Lösungen kommuniziert, spricht auch über die Probleme, bietet zusätzlich aber eine Perspektive“. Den Grundstein dafür legte weltwärts, sagt Florian heute.
2020 dann der Paukenschlag: Zusammen mit David Gaedt und Lucia Oiro gründete er das "Good News Magazin". Er ist auch Host des Podcast „Weltaufgang“ – in dem Gäste wie Ralph Caspers oder Dr. Eckart von Hirschhausen zu Besuch sind. Das erklärte Ziel: Motivierte Menschen, die sich nicht aus Ohnmacht gesellschaftlichen Debatten entziehen. Florian und sein Team meinen: „Wir zeigen nicht mit dem Finger auf das, was fehlt, sondern wollen bestärken und fördern, was bereits da ist.“
Zwei Punkte, die dem Kölner beim Gründen des Good News Magazins zugutekamen, haben sich im weltwärts-Dienst besonders gefestigt: Einmal das Vertrauen in sich selbst, schwierige Herausforderungen meistern zu können. Und dann die Erkenntnis, dass Menschen in Gemeinschaft nahezu jedes Problem lösen können.
Wie man mit anderen Menschen umgeht und im Team arbeitet – das ist etwas, das weltwärts wie kaum ein anderes Programm lehrt.