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In die Welt
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Während meines Freiwilligendienstes in Ecuador habe ich hautnah erlebt, wie sehr das Land unter dem Rückgang des Tourismus leidet. Bei einer Wandertour zum Wasserfall in Otavalo standen rund 80 Prozent der kleinen Läden und Restaurants leer. Die Atmosphäre war geprägt von Leere, obwohl der Ort viel Potenzial hätte. In Gesprächen mit anderen Reisenden wurde mir klar, wie negativ das Image Ecuadors inzwischen ist: Viele Tourist*innen lassen das Land auf ihrer Südamerikareise aus, aus Angst vor Unsicherheit. Ich selbst habe in den letzten Monaten viele Regionen bereist – von der Küste über das Hochland bis in den Amazonas. Natürlich habe ich von vereinzelten Vorfällen gehört, aber insgesamt habe ich mich sicher gefühlt. Auch viele Backpacker*innen, die anfangs Bedenken hatten, waren im Nachhinein froh über ihre Entscheidung, Ecuador besucht zu haben. Die Natur, die Vielfalt und die Begegnungen mit den Menschen haben sie tief beeindruckt.
Ecuador ist ein Land mit atemberaubender Vielfalt: Das gewaltige Flusssystem des Amazonas, der dichte Regenwald, die beeindruckenden Anden, die Küste, oder auch die Galápagos-Inseln machen Ecuador zu einem einzigartigen Reiseziel. Nicht zu vergessen die Übergangsregionen zwischen Anden, Regenwald und Küste. Trotz dieser kulturellen, geografischen und ökologischen Schätze bleibt der Tourismus weit hinter dem Potenzial zurück, das vorhanden ist oder einmal existiert hat. In den letzten Jahren ist die Zahl der Tourist*innen stark gesunken, was sich deutlich auf die Bevölkerung und die Wirtschaft ausgewirkt hat.
Der Tourismus in Ecuador ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen – trotz seiner landschaftlichen, kulturellen und ökologischen Vielfalt. Die Ursachen sind meines Erachtens vielfältig:
Viele wissen nicht einmal, dass die Galápagos-Inseln zu Ecuador gehören.
Der Rückgang des Tourismus trifft vor allem Menschen, die direkt oder indirekt davon leben – etwa in Hotels, Restaurants, auf Kunsthandwerksmärkten oder in Reiseagenturen. Besonders betroffen sind indigene Gemeinschaften, die nachhaltige und kulturell respektvolle Tourismusprojekte aufgebaut hatten. Diese Projekte waren nicht nur ökonomisch relevant, sondern auch ein Mittel, um die indigene Kultur zu bewahren und das selbstbestimmte Leben zu fördern. Ich habe eine Gemeinschaft im Regenwald besucht, die einst durch touristische Einnahmen eine eigene Schule finanzieren konnte. Heute ist diese geschlossen. Die Kinder müssen wieder weite Wege zurücklegen, erhalten kein Mittagessen und werden nicht mehr in ihrer Sprache Quechua unterrichtet – ein Rückschlag für ihre kulturelle Identität.
Ich wünsche mir, dass Ecuador als Reiseziel wieder sichtbarer wird – nicht als „Geheimtipp“ oder Abenteuerort, sondern als Land mit einer stolzen, vielfältigen Bevölkerung und einer reichen Geschichte. Tourismus kann hier nicht nur wirtschaftlich helfen, sondern auch Brücken bauen – als respektvolle Begegnung auf Augenhöhe.
Wenn du unterwegs bist, gibt es einige wichtige Dinge zu beachten, um sicher und respektvoll zu reisen:
Grundsätzlich müssen Freiwillige, die im Land reisen, die Sicherheitshinweise des AA berücksichtigen.
Dieser Einsatzplatz wird angeboten von der weltwärts-Organisation "Die Ecuador Connection e.V."
Die Ecuador Connection e.V. ist eine kleine Organisation und entsendet jährlich ca. 11 Freiwillige nach Ecuador. Einsatzbeginn ist meistens im August/September. In der Regel bleiben Freiwillige für 12 Monate im Land, in einigen Fällen sind auch kürzere Freiwilligendienste von 8 Monaten nach Absprache möglich.
Talea plante eigentlich eine kürzere Dauer von 9 Monaten. Während ihres Freiwilligendienstes in Quito hat sie sich entschieden zu verlängern.