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In die Welt
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Mareen: Ich wollte schon vor meinem Studium ins Ausland. Aber mein duales Studium ließ dafür keinen Raum. Vor meinem Freiwilligendienst habe ich insgesamt neun Jahre bei dem Unternehmen gearbeitet – das war sehr fordernd. Im Anschluss an den Master war die Zeit für eine Pause und für meinen Traum. Der Freiwilligendienst in Mexiko ist die perfekte Gelegenheit dafür.
Mareen: Ja, Mechatronik ist auf jeden Fall eine Männerdomäne. Im Studium waren wir fünf Frauen, in der Ausbildung sogar nur zwei. Ich bin sowohl in Deutschland als auch in Mexiko meistens auf Überraschung, Bewunderung und Neugierde gestoßen. Natürlich habe ich leider auch die Erfahrung gemacht, dass ich bei handwerklichen Aufgaben nicht ernst genommen wurde – sowohl in Deutschland und auch hier in Mexiko. Heute stört mich das nicht mehr. Ich habe für mich gelernt, dass Selbstbewusstsein wichtiger ist als der Drang, sich zu beweisen.
In meiner Organisation hat es etwas gedauert, bis ich mir das Vertrauen erarbeitet habe – vermutlich, weil ich eine der ersten Freiwilligen mit viel Erfahrung bin. Mittlerweile arbeite ich eigenständig. Ich weiß, welche Aufgaben erledigt werden müssen und in meine Verantwortung fallen. Jetzt kann ich sagen, dass ich mich als vollwertiges Teammitglied fühle.
Mareen: Aktuell entwickle ich mit einer Studentin Marken für Produzentinnen in Amanalco. Eine Gruppe von Frauen stellt Naturheilprodukte und Naturkosmetik her und benötigt dafür eine eigene Marke. Zu Beginn haben wir einen Workshop gemacht: Was gehört zu einer Marke und warum ist das wichtig?
Mareen: Was mir aus meinem Studium hilft, sind organisatorische und kommunikative Fähigkeiten. Zweimal im Jahr organisieren wir einen Bazar – von der Platzvergabe bis zur Kommunikation mit den Produzent*innen bin ich zuständig. Konkret heißt das, ich schaue, dass sie ihren Platz reservieren und bezahlen, wie die Plätze aufgeteilt werden und welche Produzentin, wo auf dem Gelände untergebracht wird, sodass nicht die gleichen Produkte nebeneinander verkauft werden. Mein technischer Hintergrund hilft auch mir im Umgang mit Excel-Tabellen. Aus meinen Informatikvorlesungen nutze ich die Grundlagen für die Betreuung der Webseite.
Mareen: Ich denke, es ist eher die Summe der Erfahrungen. Vor allem, während des dualen Studiums war ich eine hohe Arbeitsbelastung gewöhnt. Dadurch habe ich gelernt sehr organisiert und diszipliniert zu arbeiten. Diese Zeit hat mich beruflich und persönlich sehr geprägt und weiterentwickelt.
Mareen: Ich erinnere mich noch genau an die Anfänge in der Organisation. Ich habe viel damit gekämpft, die Zusammenhänge zu verstehen. Das ist wie in einer neuen Firma anzufangen. Das lag bei mir nicht mal daran, dass mein Spanisch nicht so gut war – denn ich konnte mich schon von Anfang an sehr gut verständigen.
Die Organisation arbeitet bereits seit 20 Jahren für das Gemeinwohl und hat dementsprechend viele Projekte. Zudem unterstützen sie seit fünf Jahren Frauen in Amanalco. Es hat unglaublich viel Zeit gekostet, sich dort einzuarbeiten und all die Feinheiten zu verstehen.
Ich bin nun ein Jahr hier und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich richtig helfen kann – ohne nachfragen zu müssen und ohne, dass jemand meine Arbeit korrigieren muss. Ich glaube, das wäre in meiner Organisation mit einem kürzeren Aufenthalt nicht möglich gewesen. Ich kann die Gründe für einen kürzeren Dienst nachvollziehen, aber für mich steht fest:
Ich mache den Freiwilligendienst nicht nur für mich, sondern auch für die Organisation und die Frauen in Amanalco. Und diese profitieren am meisten von meinem längeren Aufenthalt.
Mareen: Vielleicht die Tatsache, dass hier viel mehr improvisiert wird. Das finde ich großartig, denn es fordert meine technischen und analytischen Fähigkeiten. Gleichzeitig motiviert es mich, meine gewohnten Muster und Routinen zu verlassen, um kreativer und individueller zu denken. Es gibt hier keinen Stempel, der aufgedrückt wird, weil „das immer so gemacht wird“. Stattdessen wird nach einer individuellen Lösung gesucht. Für mich ist das ein Merkmal meiner Organisation – was ich klasse finde.
Mareen: Der Freiwilligendienst ist eine wahnsinnige Gelegenheit, die Komfortzone zu verlassen, über sich hinauszuwachsen und zu lernen, mit unkonventionellen Situationen umgehen zu müssen. Das gibt allen im späteren Berufsleben einen echten Vorteil.
Dieser Einsatzplatz wird angeboten von der weltwärts-Organisation
Welthaus Bielefeld e.V. - weltwärts
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