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Ein Freiwilligendienst verändert dauerhaft

Unabhängige Evaluierung empfiehlt Weiterführung von weltwärts

Gemessen an den Entsendezahlen ist weltwärts der größte internationale Freiwilligendienst für junge Menschen in Deutschland und einer der größten entwicklungspolitischen Jugendfreiwilligendienste weltweit. Rund 35.000 junge Menschen haben bislang mit weltwärts einen Freiwilligendienst in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa oder Ozeanien gemacht. Dabei sollen sie andere Kulturen und Sichtweisen kennenlernen, ihre eigenen Denkmuster und Handlungsweisen hinterfragen und zu einem global solidarischen Handeln befähigt werden. In welchem Maße dies gelingt hat eine Studie untersucht, die vom Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) im März veröffentlicht wurde.

Schwerpunkte der Studie waren die Wirkungen von weltwärts auf Freiwillige sowie die Wirkungen des Programms in Deutschland. Erstmals wurde untersucht, inwieweit die durch den Freiwilligendienst induzierten Veränderungen, die anhand der jährlichen Freiwilligenbefragungen nach der Rückkehr festgestellt werden, auch über die Jahre fortdauern. Außerdem wurde untersucht, in welchem Maße unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an weltwärts und den positiven Effekten des Programms teilnehmen.

Freiwillige verändern sich durch ihren Dienst dauerhaft. Zu diesem Schluss kommt die Studie. Sie erlangen Wissen über ihr Einsatzland, erwerben dessen Sprache, entwickeln ihre Fähigkeit weiter, sich in die Perspektive von Menschen aus ihrem Einsatzland zu versetzen, und gewinnen ihnen gegenüber an Empathie. Sie engagieren sich nach ihrer Rückkehr stärker für entwicklungspolitische Themen. Auch mit zunehmendem Abstand zum Freiwilligendienst sind Wissen, Kompetenzen und Einstellungen sowie das entwicklungspolitische Engagement von Freiwilligen unverändert hoch. Die Studie belegte auch Veränderungen des Wissens, der Kompetenzen und der Einstellungen bei Eltern und im Freundeskreis von Freiwilligen.

DEval empfiehlt die Fortführung des weltwärts-Programms, sieht aber auch die Notwendigkeit von Verbesserungen. Potenzial für Veränderungen identifiziert die Evaluierung unter anderem in der fehlenden Diversität. Obwohl sich das Programm wie kaum ein anderer internationaler Jugendfreiwilligendienst darum bemüht, weltwärts für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen, nehmen nach wie vor überwiegend Menschen aus gehobenen, gut gebildeten und eher christlich geprägten gesellschaftlichen Milieus teil. Die Studie empfiehlt daher Hürden für andere Gruppen weiter abzubauen.

Das Engagement von Rückkehrerinnen und Rückkehrern kann aus Sicht von DEval noch besser genutzt werden, indem die Rückkehrphase konzeptuell vertieft wird und übergreifende Angebote entwickelt werden. Außerdem empfiehlt die Studie, die entwicklungspolitische Bildungsarbeit verbindlicher für die Rückkehrerinnen und Rückkehrer zu machen.

Das entwicklungspolitische Profil von weltwärts sollte weiter geschärft und konsequenter umgesetzt werden. In diesem Zuge sollte auch die Komplementarität von weltwärts zu anderen internationalen Jugendfreiwilligendiensten ausgebaut werden.

Die Steuerung des weltwärts-Programms als Gemeinschaftswerk von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Freiwilligendiensten. Dies gilt auch für die indirekte Beteiligung der Partner an der Programmsteuerung, zum Beispiel über Partnerkonferenzen. DEval empfiehlt die Beibehaltung und Vertiefung dieser Steuerungsstruktur.

Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) ist vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mandatiert, Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unabhängig zu analysieren und zu bewerten.