Drei Zwischenberichte der Schreinerin Karolina Erbelding aus Tansania
Erster Bericht von Karolina Erbelding und Ursula Thewes in Tansania - Oktober 2008
August - Oktober 2008
Karolina Erbelding | Amani Kinderdorf e.V. |
Ursula Thewes | Amani Kinderdorf e.V. |
Unsere Ankunft am 15. August im Flughafen von Dar es Salaam ist super verlaufen. Unser Vorgänger, Mathias Mundt, hat uns abgeholt und zum Hotel gebracht. Wir haben es genossen, jemanden an der Hand zu haben, der bereits ein Jahr hier verbracht hat und uns in den Umgang mit dem Fremden sehr gut einführte. Die gemeinsame Einarbeitungszeit von vier Wochen in der Schreinerei des Kindorfes Kilolo haben wir versucht möglichst gut zu nutzen. Wir konnten natürlich viele Fragen zusammen klären, doch blieben Zweifel, ob wir die Anfangszeit ohne Mathias wirklich zufriedenstellend bewerkstelligen könnten. Nach seiner Abreise aus dem Kinderdorf kamen wir allerdings überraschend gut zurecht. Auch die Sprachprobleme zwischen den Mitarbeitern und uns waren geringer als befürchtet.
Unser Mentor Vater Cephas hat uns freundlich aufgenommen und ist bei Fragen immer ansprechbar. Auch der Kontakt zu Amani Deutschland ist gut.
Unsere Zimmer im Dorf haben wir bereits recht wohnlich gestaltet und fühlen uns auch sehr wohl dort. An den Wochenenden wohnen wir zusammen mit den Computerfreiwilligen in einem Haus in der Stadt Iringa. Wir Schreinerinnen teilen uns dort ein Zimmer, das wir echt gemütlich finden.
Wir haben Tansania als sehr gastfreundliches Land kennen gelernt. Die Menschen sind sehr offen und suchen oft das Gespräch. Als Weißer hat man zwar eigentlich immer eine Sonderrolle, man lernt aber schnell damit umzugehen. Das eigene Auftreten spielt dabei auch eine große Rolle. Aber die Einheimischen sind immer fasziniert, warum junge Deutsche für so lange Zeit in ihr Land kommen, von dem sie wissen, dass es sich stark von dem Standard in Europa unterscheidet.
Es gibt viele Europäer in Iringa, zu denen man schnell Kontakt findet. Aber man hat auch schnell Verbindungen zu Tansaniern. Das gegenseitige Interesse an den Kulturunterschieden lässt einen schnell ins Gespräch kommen.
Wir begrüßen es auch sehr, dass wir sowohl das Land- wie auch das Stadtleben kennen lernen. In Kilolo können nur wenige Englisch, sodass man dort viel besser die Sprache lernen kann. Wir werden in das Kinderdorfgeschehen integriert und haben einen viel besseren Einblick in den Alltag der Einheimischen. In der Stadt wiederum hat man die Möglichkeit das Internet für den Kontakt nach zu Hause zu nutzen, Ausgehmöglichkeiten und ein größeres Angebot an Waren, sowohl für die Schreinerei als auch privat.
Zusätzlich zu unseren 100 € Taschengeld, das wir aus Deutschland erhalten, werden uns durch die Kinderdorfleiterin Mama Erica 80 000 TSH ausgezahlt, die uns wochenends als Verpflegungsgeld dienen. Unter der Woche werden wir rundum im Kinderdorf mitversorgt.
Wir sind sicher, dass das Jahr in Tansania richtig toll wird. Die Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern in der Schreinerei klappt wunderbar – wir sind ein klasse Team!
Anfangs war es schwer, emotional hier anzukommen. Durch die Übergangszeit von einem Monat, in dem der Vorgänger noch da ist, war die Wohnsituation eher beengter. Das ist prinzipiell kein Problem, doch ein eigenes Zimmer vermittelt einem besser das Gefühl angekommen zu sein. Mit der Übernahme des Betriebs und dem Einzug in unserem Zimmer in Iringa konnte man sich auch innerlich niederlassen. Uns gefällt das Pendeln zwischen Kilolo und Iringa, weil man schnell ins Gespräch kommt und oft Leute wieder sieht oder neue kennen lernt.
Die Arbeit macht viel Freude, wir werden von den einheimischen Schreinern akzeptiert –hier arbeiten nur sehr selten Frauen als Schreinerin- und wir lernen alle voneinander.
Der Austausch in einer fremden Sprache ist zwar oft noch etwas beschwerlich, aber es wird jede Woche besser.


