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Gute Ergebnisse für weltwärts!

Bericht zur zweiten Freiwilligenbefragung veröffentlicht

Seit 2013 werden alle Rückkehrerinnen und Rückkehrer zu ihren Erfahrungen mit weltwärts befragt. Die von einem unabhängigen Institut durchgeführte Befragung lieferte erneut gute Ergebnisse. Wie auch im letzten Jahr waren 94 Prozent der Befragten mit ihrem Freiwilligendienst insgesamt zufrieden. Immer noch sind bestimmte Bevölkerungsgruppen aber im Programm unterrepräsentiert.

Befragt wurden alle Freiwilligen, die im Jahr 2014 nach Deutschland zurückgekehrt sind. Rund zwei Drittel nahmen an der unabhängigen Befragung teil. Die meisten (82 Prozent) hatten im Anschluss an die Schulzeit ihren Freiwilligendienst begonnen. 94 Prozent hatten die Schule mit dem Abitur abgeschlossen. Damit sind junge Menschen ohne Abitur und junge Menschen mit Berufsausbildung immer noch unterrepräsentiert. Der Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund betrug 13 Prozent. Weniger als 1 Prozent der Befragten hatte eine anerkannte Behinderung.

Das weltwärts-Programm wurde von den Rückkehrerinnen und Rückkehrern insgesamt sehr positiv bewertet. Wie auch im Vorjahr war die überwiegende Mehrheit (94 Prozent) der Befragten mit dem Freiwilligendienst insgesamt zufrieden. Daher würden über 70 Prozent der Befragten weltwärts im Freundeskreis weiterempfehlen. Zurückhaltender ist die Bereitschaft, die Aufnahmeorganisation oder den Einsatzplatz weiterzuempfehlen. Dies würden nur etwas mehr als 40 Prozent der Befragten tun.

Gelungene Vorbereitung

Mit der Vorbereitung des Freiwilligendienstes waren 90 Prozent der Befragten sehr oder eher zufrieden. Auch die einzelnen Komponenten der Vorbereitung wie die Gesundheitsvorsorge, die Unterstützung bei der Beantragung eines gültigen Aufenthaltstitels oder die Information zur Sicherheitslage wurden positiv bewertet. Schlechter fielen die Ergebnisse bei der Vorbereitung auf den Einsatzplatz und die konkreten Tätigkeiten vor Ort aus. In diesem Bereich äußerte sich nur etwa die Hälfte der Befragten zufrieden.

Knapp 80 Prozent der Freiwilligen sammelte Spenden für den Freiwilligendienst. Knapp zwei Drittel meinte, dass die Entsendeorganisation deutlich kommuniziert hätte, dass das Spenden sammeln keine Voraussetzung für eine Entsendung ist.

Positiver Auslandseinsatz

Die Einsatzplätze wurden insgesamt positiv bewertet. 85 Prozent der Befragten äußerte sich sehr oder eher zufrieden. Als Gründe für die Unzufriedenheit wurden vor allem mangelnde Aufgaben genannt. Für knapp ein Viertel der Freiwilligen waren die Tätigkeiten am Einsatzplatz weniger zufriedenstellend. 38 Prozent der Freiwilligen äußerten sich unzufrieden mit der fachlichen Anleitung. Besonders positiv war für die Freiwilligen die soziale Einbindung in der Organisation, aber auch außerhalb des Arbeitsumfeldes.

Sicherheitsprobleme im Griff

Etwa jede zweite Person erlebte im Ausland Situationen, die als bedrohlich oder gefährlich empfunden wurden. 85 Prozent der Freiwilligen wurden jedoch nicht konkret persönlich bedroht. 14 Prozent der Befragten berichteten von Situationen, in denen sie sexuell belästigt oder bedroht wurden. Hiervon waren vor allem Frauen betroffen. 90 Prozent der Freiwilligen, die mit (potentiell) gefährdenden Situationen konfrontiert waren, fühlten sich aufgrund der Vorbereitung und Begleitung durch die Entsende- und Aufnahmeorganisationen trotzdem gut aufgehoben.

Ankommen in Deutschland: schwierig

Die Nachbereitungsseminare waren für 87 Prozent der Rückkehrerinnen und Rückkehrer insgesamt hilfreich. Positiv bewertet wurden die Möglichkeiten sich mit anderen auszutauschen und zu vernetzen und die persönlichen Erfahrungen zu verarbeiten. In ähnlich hohem Maß wurden die Nachbereitungsseminare auch als nützlich für das weiterführende Engagement in Deutschland bewertet. Im Hinblick auf die Unterstützung beim Wiederankommen in Deutschland wurden die Seminare dagegen nur von etwas mehr als der Hälfte der Befragten als hilfreich wahrgenommen.

Ziele werden erreicht

Durch weltwärts soll das globale Lernen gefördert werden. Nahezu alle Befragten sahen einen sehr oder eher positiven Effekt des Freiwilligendienstes auf ihre persönliche Entwicklung. 95 Prozent fühlten sich in ihrer Offenheit gegenüber anderen Kulturen positiv beeinflusst. Bei etwas mehr als 90 Prozent hat sich das Verständnis globaler Zusammenhänge und das Interesse an entwicklungspolitischen Themen positiv verändert. Etwa ebenso viele sehen sich mehr motiviert, soziale und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Etwas anders sehen die Ergebnisse bei der beruflichen Orientierung aus. Bei etwa der Hälfte der Befragten hatte der Freiwilligendienst einen positiven Einfluss auf das Interesse an einer beruflichen Tätigkeit im entwicklungspolitischen Bereich. 41 Prozent stellten keinen Einfluss fest, 7 Prozent sahen sich negativ beeinflusst.

44 Prozent der Rückkehrerinnen und Rückkehrer engagierten sich zum Zeitpunkt der Befragung bereits freiwillig in Deutschland. Fast die Hälfte der nicht Engagierten wird dies voraussichtlich zukünftig tun. Nur 11 Prozent der Befragten war sich hinsichtlich eines zukünftiges Engagements unsicher. Nur für sehr wenige kam ein weiteres freiwilliges Engagement nicht in Frage. Besonders interessierten sich die Rückkehrerinnen und Rückkehrer für den Bereich Kinder- und Jugendförderung sowie für das Themenfeld Migration, Antirassismus und Asyl.

Qualitätsmanagement bei weltwärts

Die Freiwilligenbefragung ist Bestandteil des 2013 eingeführten weltwärts-Qualitätssystems. Sie wird jedes Jahr mit allen Rückkehrern und Rückkehrerinnen durchgeführt. Die Ergebnisse fließen in die Qualitätsarbeit auf Programmebene und in den Qualitätsverbünden ein. Darüber hinaus findet eine Qualitätsüberprüfung durch externe Zertifizierungsorganisationen statt.

(Stand: 28.01.2016)