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Vom Freiwilligen zum Mitarbeiter des ASC Göttingen 1846

Portrait Yannek Kessel

Yanneck Kessel hat den Sport zum Beruf gemacht

Yanneck Kessel gehörte zur ersten Generation Freiwilliger, die mit dem weltwärts-Programm 2008 einen Freiwilligendienst gemacht haben. Inzwischen hat er sein Studium abgeschlossen und die Berufstätigkeit aufgenommen – bei der Organisation, die ihn als Freiwilliger entsendet hat.

Was tun nach der Schule?

Yanneck fliegt mit den Kindern
Yanneck spielt mit den Kindern Flugzeug. Foto: Yanneck Kessel

Parallel zu meinem Abitur habe ich mich 2008 beim ASC Göttingen für einen Freiwilligendienst beworben. Damals war ich überhaupt nicht sicher, was ich nach der Schule machen will, geschweige denn, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Die Möglichkeit, mich als Freiwilliger im Sportunterricht an Schulen oder anderen sportlichen Projekten in Südafrika zu engagieren und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln, fand ich großartig. Das Auswahlverfahren habe ich erfolgreich überstanden und wurde, zusammen mit fünf anderen Freiwilligen, entsprechend unserer präferierten Sportarten (Handball, Fußball, Schwimmen) vorbereitet. Ich wurde in der Eastern Cape Region eingesetzt, um Handball als Medium zur Persönlichkeitsentwicklung an Grundschulen für benachteiligte Kinder und Jugendliche in den Townships einzuführen.

Freiwillig aktiv im Sport

Akrobatik
Bei dieser Akrobatiknummer haben alle ihren Spass. Foto: Yorck Worms

Das weltwärts-Jahr verlief gut, es war von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Für beide Seiten, den ASC Göttingen und die Partnerorganisation, das Department of Sports Recreation, Arts and Culture, war es der erste Durchgang von Freiwilligen. Ein zentrales Erlebnis war die Begegnung mit Ace Lindile Kika von der Eastern Cape Academy of Sports. Zu einer Zeit in der wir, arbeitstechnisch wie auch emotional, ein wenig in der Luft hingen, wurde uns Ace vorgestellt. Mit seiner Art versprühte er eine Gelassenheit, die uns zunächst beruhigte und zurück auf den Boden holte. Durch sein Engagement im Sport auf regionaler und nationaler Ebene ermöglichte er uns, neue Projekte für unseren Freiwilligendienst zu finden und so die Vormittagsaktivitäten an den Schulen durch Nachmittagsprojekte zu ergänzen. Durch seine Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit verstand er unsere Situation und rückte in die Position eines Mentors – ich war von seinen Fähigkeiten begeistert und merkte wie stark der Sport als Medium sein kann.

Rückblickend kann ich sagen, dass die zwölf Monate in Südafrika die wohl spannendsten in meinem Leben waren und meine Persönlichkeit und damit meine Sicht auf die Welt im Ganzen positiv verändert haben.

Bereits während meines Freiwilligendienstes in Südafrika stand für mich fest, dass ich neben meinen sportlichen Freizeitaktivitäten auch beruflich im Bereich Sport aktiv sein möchte. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland im Juli 2009 habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport beim ASC Göttingen geleistet. Durch die vorangegangene Zusammenarbeit war bereits eine Vertrauensbasis geschaffen, auf die ich im FSJ aufbauen konnte. Auch hier konnte ich vielseitige Erfahrungen sammeln und lernte mehr über die Funktion des Sports in der Gesellschaft.

Neue Freiwillige vorbereiten

Jonathan, der mit Yanneck gemeinsam Handball an Schulen unterrichtet
Auf ihn! Jonathan unterrichet gemeinam mit Yanneck Handball an Schulen. Foto: Yanneck Kessel

Nach meinem FSJ studierte ich an der Georg-August-Universität Göttingen Sportwissenschaften und Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Während meiner Studienzeit blieb ich dem organisierten Sport treu und engagierte mich ehrenamtlich im JuniorTeam der Sportjugend Niedersachsen und dem Vorstand der Sportjugend Niedersachsen. Durch die aktive Rückkehrerarbeit des ASC Göttingen konnte ich das weltwärts-Programm weiter begleiten und half bei den Auswahl- und Vorbereitungsseminaren für die nächsten Freiwilligen. Dieses Engagement als ehemaliger Freiwilliger leistete ich sehr gerne und es gab mir das Gefühl, mit dem Projekt nach wie vor verbunden zu sein. Mit der Zeit lernte ich auch auf dem Gebiet der Vorbereitungs- und Rückkehrseminare vieles dazu und konnte meine Aufgabenfelder erweitern.

Mit dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums in diesem Sommer konnte ich als Mitarbeiter im Bereich Internationale Freiwilligendienste eine Anstellung finden - beim ASC Göttingen. Somit arbeite ich nun festangestellt daran, neue Freiwillige auszuwählen und vorzubereiten. Außerdem verwalte ich die Projekte und übernehme administrative Aufgaben. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das weltwärts-Jahr meinen Lebensweg und meine berufliche Laufbahn entscheidend geprägt hat. Ich ging als deutscher Jugendlicher hin und kam als internationaler Erwachsener wieder. Ich bin dankbar dafür, dass das BMZ mit der Initialisierung und der Finanzierung den weltwärts-Dienst möglich macht und damit jungen Menschen die Möglichkeit gibt, den „Einen Welt-Gedanken“ zu verfolgen.