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Aynikusun: Projekte fördern –in Kontakt bleiben

Portrait Vincent W.

Ehemalige Peru-Freiwillige gründen einen Verein

Vincent W. hat nach seinem Freiwilligendienst in Peru gemeinsam mit anderen Rückkehrern und Rückkehrerinnen einen Verein gegründet. Aynikusun e.V. fördert peruanische Initiativen schnell und unkompliziert. Und die Vereinsmitglieder bleiben über ihre ehrenamtliche Arbeit mit Land und Leuten in Kontakt.

„Wie könnt Ihr Euch weiter engagieren?“, fragte das Welthaus Bielefeld die aus verschiedenen Ländern zurückgekehrten Freiwilligen im Nachbereitungsseminar. Ich saß - gerade aus Peru zurückgekommen - etwas unschlüssig in der Runde. Erst bei einem nächsten Seminar, an dem Rückkehrer und Rückkehrerinnen verschiedener Entsendeorganisationen teilnahmen, kristallisierte sich eine Möglichkeit heraus: Gemeinsam mit anderen ehemaligen Peru-Freiwilligen diskutierte ich die Entwicklungszusammenarbeit. Wir kamen zu dem Schluss, dass weiteres Engagement notwendig ist, aber strukturell anders aufgebaut sein sollte.

Aus dieser Dynamik heraus gründeten wir im April 2013 Aynikusun, einen kleinen entwicklungspolitischen Verein im Rheinland. Aynikusun ist ein Begriff der indigenen Andenvölker und bedeutet in etwa „Lasst uns Ayni machen“. Ayni – das gegenseitige Geben und Empfangen - ist ein zentrales Prinzip der andinen Gemeinschaften. Die Namensgebung ist bewusst gewählt, um sich von herkömmlichen Begriffen und Konzepten abzusetzen: Uns geht es um Begegnungen auf Augenhöhe und gemeinsam geplante und realisierte Projekte.

Aufgrund zahlreicher persönlicher Kontakte der Vereinsmitglieder haben wir Verbindung zu vielen sozialen und ökologischen Organisationen in Peru. Der Verein fördert in diesen Organisationen einmalige Aktionen – damit soll eine finanzielle Abhängigkeit verhindert werden. So wurden beispielsweise in Huánuco, im peruanischen Bergregenwald, im April 2013 taubstumme Kinder in Gebärdensprache unterrichtet und diesen damit zum ersten Mal eine Kommunikationsmöglichkeit gegeben. Einem Kinderheim in Cuzco ermöglichte der Verein im August die Fortführung der Arbeit durch eine Materialspende. Und im Februar konnten wir eine neue Schulküche in Comas ausstatten. Jetzt können die im Schulgarten angepflanzten Lebensmittel in der Schule verarbeitet werden und die Kinder erhalten ein nahrhaftes Essen.

Alle Initiativen folgen einem ähnlichen Schema: Unsere Partner in Peru schlagen Ideen vor und die Mitglieder von Aynikusun kümmern sich um eine Teilfinanzierung, beispielsweise durch Verkauf peruanischen Essens, Spenden, öffentlichen Aktionen, etc. Bislang konnten wir alle Ideen finanzieren. Das Projekt wird dann von den peruanischen Partnern zusammen mit einem Vereinsmitglied umgesetzt. Die meisten Mitglieder haben eine enge Beziehung zu Peru und besuchen das Land nach dem Freiwilligendienst wieder. Dann wird zusammen eingekauft, das Projekt verwirklicht und später kehrt das Vereinsmitglied mit den Quittungen für das Finanzamt nach Deutschland zurück.

Dieses Konzept war bisher recht erfolgreich, der Verein wächst kontinuierlich und das Engagement aller Mitglieder ist groß. Der Verein hat zahlreiche Aktionen durchgeführt, nimmt an Kongressen teil, kooperiert mit anderen Vereinen, alle zwei Wochen findet eine Mitgliederversammlung statt. Uns motiviert der Wille, weiterhin mit Peru in Kontakt zu bleiben und an den Entwicklungen vor Ort aktiv teilhaben zu können. Fast alle Mitglieder des Vereins haben mit weltwärts einen Freiwilligendienst gemacht und sind dadurch für die entwicklungspolitische Arbeit sensibilisiert. Das Jahr und die Zeit in dem Projekt haben bei allen sichtlich Spuren hinterlassen – und das ist gut so.

Kontakt

Du interessierst Dich für die Arbeit von Aynikusun? Schreibe Vincent:

vincent.wolff@uni-bonn.de