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Umweltbildung in Tansania

Portrait Sarah

Sarah setzt sich für Umwelt-AGs an Schulen ein

Sarah H. ist mit der Entsendeorganisation Deutsch-Tansanische Partnerschaft in einem Umweltprojekt in Tansania tätig. Sie hat viele Pläne für ihren Freiwilligendienst und freut sich auf die vor ihr liegenden Monate. In ihrem Bericht erzählt sie von ihrer Arbeit in der Umweltbildung.

Seit drei Monaten arbeite ich als Freiwillige im Dodoma Environmental Network (DONET) oder Mtandao wa mazingira mkoani Dodoma, wie meine Partnerorganisation auf Kiswahili heißt. Das Netzwerk wurde 1994 gegründet und arbeitet in der Region Dodoma mit dem Ziel, die Umwelt für die heutige und zukünftige Generationen zu bewahren. Dazu unterstützt DONET verschiedene Gemeinde basierte Initiativen zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Dodoma liegt im Herzen Tansanias und ist eine der trockensten Regionen des Landes. Im Büro von DONET vergisst man diesen Umstand leicht. Es ist umgeben von über 1.000 Baumsetzlingen der organisationseigenen Baumschule. So ist das Büro für mich nicht nur zu meinem Arbeitsplatz, sondern dank der vielen grünen Bäume auch zu einem Ort der Entspannung geworden.

In den Schulen fehlt vieles

Jan, ein anderer Freiwilliger, und ich haben immer etwas zu tun. Einer unserer Arbeitsschwerpunkte ist die Umweltbildung an Schulen. Während des ersten Monats haben wir mit unseren Kollegen Sadock und Pierre verschiedene Grundschulen in der ländlichen Umgebung Dodomas besucht. Der Austausch war aufgrund unserer damals geringen Kiswahili-Kenntnisse nicht ganz einfach. Doch schnell wurde mir bewusst, dass viele Schulen die gleichen Probleme haben: Mangel an Wasser, Materialien und vor allem an Umweltwissen. Trotzdem bemühen sich die Schulgemeinschaften ihre Umwelt zu schützen, indem sie Bäume pflanzen, den Müll sammeln und so das Schulgelände sauber halten.

Bildergalerie

Foto von Sarah
Sarah in Tansania. Foto: Sarah Hanus
Bild einer Schule
Dodoma ist eine sehr trockene Region, wie dieses Bild einer Schule zeigt. Foto: Sarah Hanus
Das Büro von DONET
Hier arbeitet Sarah. Das Gelände von DONET ist eine grüne Oase. Foto: Sarah Hanus

Umwelt-AGs gründen

DONET möchte die Umweltbildung verbessern. Deshalb versuche ich, die Gründung von Environmental Clubs, also Umwelt-Arbeitsgemeinschaften, an Schulen auf den Weg zu bringen. Jede Schule hat mindestens einen Environmental Teacher, das wurde von der Regierung so festgelegt. Leider haben viele nur wenig Wissen im Umweltschutz. Sie wirkten jedoch sehr interessiert, als wir ihnen gemeinsam mit einer einheimischen Kollegin die Idee der Umwelt-Arbeitsgemeinschaften vorstellten. Das hat mich sehr gefreut.

Eine Plattform zum Austausch schaffen

Letzte Woche haben wir ein Treffen zum Thema Umweltbildung bei DONET organisiert. Erfreulicherweise kamen Schulleitungen, Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen, Studierende, Dozenten und Dozentinnen sowie Mitarbeitende von DONET und anderen Organisationen, die angeregt über Umweltbilung und Umwelt-Arbeitsgemeinschaften diskutierten. Uns ist es damit gelungen eine Plattform zum Wissens- und Ideenaustausch zu schaffen. Welch ein Erfolg! Diese Treffen werden von nun an monatlich stattfinden.

Eigenständigkeit fördern

Im Januar, also zu Beginn des neuen Schuljahrs, sollen die Arbeitsgruppen an den Schulen eingeführt werden. Im Moment sind große Ferien. Ich bin sehr gespannt wie sich die Zusammenarbeit mit den Schulen weiterhin entwickeln wird. Wir werden den Lehrkräften Arbeitsmaterial und Ideen zu verschiedenen Themen wie allgemeine Umweltbildung, Wasserverschmutzung oder Müllentsorgung zusammenstellen. Jedoch soll die Rolle von DONET und somit unsere Rolle lediglich beratend sein.

Wir wollen, dass die Umwelt-Arbeitsgemeinschaften eigenständig und unabhängig von uns agieren. Das finde ich sehr wichtig, um die Nachhaltigkeit des Projektes sicher zu stellen. Wenn die Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen selbst für die Umwelt-Arbeitsgemeinschaften verantwortlich sind, werden sie diese später auch ohne die Hilfe von DONET weiterführen können.

… und noch viel mehr

Ich widme mich während meines Freiwilligendienstes aber auch anderen Tätigkeiten. So schreiben Jan und ich einen monatlichen Newsletter für die Mitglieder von DONET, wir kommunizieren mit den Mitgliedern per SMS, Mail oder direkt im Büro. Zudem besuchen wir andere Organisationen und Institutionen, um von ihnen zu lernen und Partnerschaften aufzubauen. Und wir haben auch schon einen Projektantrag geschrieben, um Gelder für ein Bildungsprojekt an Schulen zu erhalten.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meiner Arbeit und meinem Leben hier in Tansania. Ich habe viel Kiswahili gelernt dank meiner Gastfamilie und meinen Kollegen und Kolleginnen. Und ich konnte bereits viele neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln, die mich über das Jahr hinaus begleiten werde. Daher freue ich mich wahnsinnig auf weitere acht Monate in Dodoma und Tansania und hoffe inständig, dass die Zeit nicht zu schnell vergeht!

Die Entsendeorganisation

Die Deutsch-Tansanische Partnerschaft fördert erneuerbare Energien, Völkerverständigung, Bildung und Erziehung in Tansania. Der Verein wurde 1998 gegründet und bietet jungen Erwachsenen die Möglichkeit sich im Rahmen eines Freiwilligendienstes in Tansania zu engagieren. Aktuell sind 16 Freiwillige im Rahmen von weltwärts aktiv. Sie nehmen an den Aktivitäten ihrer Aufnahmeorganisationen teil und haben die Möglichkeit, eigene Kleinprojekte umzusetzen.