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weltwärts - Der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

2012

Neuerscheinung: "Mit kolonialen Grüßen..."

24.04.2012

Die meisten Freiwilligen lassen ihren Freundeskreis und die Familie zu Hause intensiv an ihren Erlebnissen und Eindrücken während des Einsatzes teilhaben. Sie fotografieren und erzählen in E-Mails, Social Media, (Rund-)Briefen, Postkarten oder einem eigenen Blog, was sie bewegt, überrascht, glücklich macht oder irritiert. Zurück in Deutschland geht das Erzählen und das Zeigen von Fotos meist erst richtig los. Doch welche Bilder vom Partnerland werden dabei vermittelt?

Die Broschüre von glokal richtet sich an Freiwillige und andere Menschen, die sich Gedanken darüber machen wollen, inwiefern ihre Wahrnehmungen und Berichte über sogenannte Entwicklungsländer von kolonialen und rassistischen Strukturen beeinflusst sind. Sie führt in zentrale Themen wie globale Herrschaftsverhältnisse, Kolonialismus und Rassismus sowie in die Wirkungsmacht von Bildern und Sprache ein. Darüber hinaus werden einige der üblicherweise in Berichten auftauchenden Erzählmuster aufgegriffen und analysiert. Leitfragen und Anregungen ermöglichen es den Lesern und Leserinnen, eigene Vorstellungen, Sprechweisen und Bilder selbstkritisch unter die Lupe zu nehmen und alternative Handlungsoptionen zu entwickeln.

Die Broschüre kann unter www.glokal.org heruntergeladen oder gegen eine geringe Schutzgebühr bestellt werden.

glokal arbeitet in der (entwicklungs-)politischen Bildungsarbeit, unter anderem auch in der Vor- und Nachbereitung sowie Begleitung von jungen Menschen, die einen Freiwilligendienst, eine Jugendbegegnung oder einen Schüleraustausch machen. Zur Entstehung der Broschüre schreibt glokal: "Durch unsere Arbeit ist uns immer wieder aufgefallen, dass viele der Berichte, Blogs und Bilder nicht mit den Inhalten der pädagogischen Begleitung und den Zielen der Organisationen und Förderprogramme übereinstimmen, sondern diesen sogar widersprechen. Während z. B. auf Begleitseminaren die Themen Vorurteile und Rassismus den TrainerInnen oftmals ein Anliegen sind, werden Menschen und Länder des globalen Südens in den Berichten überwiegend stereotyp und rassistisch dargestellt – sei es bewusst oder unbewusst. All dies ist natürlich Teil dessen, wie der globale Süden generell im und durch den globalen Norden, z. B. in Schulbüchern oder in den Medien, repräsentiert wird. Unsere eigenen Erfahrungen als Reisende, Berichte von FreundInnen und Bekannten und das Wissen darüber, dass Teilnehmende von Freiwilligendiensten im globalen Süden oft einen Großteil ihrer Freizeit damit verbringen, mit FreundInnen und Familie zu kommunizieren und vom Erlebten zu berichten, hat uns dazu bewogen, uns diesem Themenbereich zu widmen."


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